Peter Lubans 40. Glocke

Der Künstler aus Rößnitz bei Plauen gestaltet mit christlichen Motiven das Geläut: mit Georg, dem Drachentöter, und einer Dornenkrone samt Rosen.

Rosenbach/Rößnitz - Der Metall-Emaille-Künstler Peter Luban hat sich seit 2009 einen Namen als Glockengestalter gemacht, derzeit arbeitet er an seiner 40. "Es ist eine Glocke für die evangelisch-lutherische Georgen-Gemeinde im mittelsächsischen Nauenhain.
In der Georgenkirche hängen zwei Glocken von 1850 und 1920, die dritte, die mittlere, fehlt und sollte schon lange ergänzt werden - jetzt ist es soweit. "Sie ist ein Meter hoch und ihr größter Durchmesser misst ebenfalls einen Meter."
Für die Glockenzier, das Flachrelief, hat sich Luban für zwei Motive entschieden, groß wie Suppenteller: Vorn ist der heilige Georg im Kampf gegen den Drachen zu sehen, hinten eine, von fünf Rosen geschmückte Dornenkrone zu sehen. "Die Rosen symbolisieren die fünf Wunden Christi am Kreuz", berichtet Luban. Die Glocke werde außerdem das Bibelzitat "Der Tod ist verschlungen in den Sieg" tragen.
"Die Kirchgemeinde findet per Ausschreibung heraus, welche von drei Gießereien den Auftrag bekommt, die Glocke zu gießen. Möglicherweise, wenn Corona nicht dazwischenfunkt, könnte ich im späten Frühjahr das Relief aufbringen auf einen Glocken-Rohling aus Wachs", erklärt der 67-Jährige Künstler.
Dann werde der Rohling in ein Lehmgemisch eingepackt und in der Erde vergraben und verdichtet - oder anders ummantelt. Wärme verflüssigt das Wachs, das abfließt und Hohlräume hinterlässt. Flüssige, glühende Bronze (80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn) füllt diese die Hohlräume: Nach Abkühlen, "Auspacken" und Nacharbeiten ist die Glocke fertig.
Luban hat an den Kunsthochschulen Dresden und Halle (Burg Giebichenstein) studiert. Im Vogtland hat er sich vor allem mit dem Wendedenkmal einen Namen gemacht, aber auch stadtbildprägende Brunnen entworfen wie in Oelsnitz, Elsterberg und auf dem Plauener Klostermarkt.
2009 hatte er die erste Glocke (für die Kirche in Werdau) gestaltet. Derweil beschäftigt er sich gedanklich schon mit seiner 41. Glocke. "Für die Kirche Börln bei Oschatz, für die ich bereits eine der drei Glocken in Arbeit hatte. Jetzt ist nächste, die Taufglocke, gerissen - und muss erneuert werden. Die Gestaltung soll unter dem Motto: ,Lasset die Kinder zu mir kommen‘ erfolgen. Dabei wird das Wasser, der Taufstein und Taube sicherlich eine Rolle spielen. Aber ich stehe mit der Arbeit noch ganz am Anfang." ufa