"Pegasus" verleiht Turmhaus Flair

Die Handwerkerhäuser der Hempelschen Fabrik sind ein Kleinod in der Elsteraue. Und so nennt sich auch ein Projekt, das wiederum ein anderes beinhaltet: Das Schülerprogramm Pegasus, bei dem Schulen Denkmale "adoptieren". Nun wird es nach und nach realisiert. Eine Gruppe Azubis kümmert sich um das Turmhaus und die Malerarbeiten.

Von Frank Blenz

Plauen - Trotz der vielen Jahre, in denen sich wohl kein Mensch unters Dach des Turmhauses direkt gegenüber des Weisbachschen Hauses verirrte, sind die Farben an den Wänden einigermaßen gut erhalten. So gut jedenfalls, dass sich eine Restaurierung im alten Stil lohnt. Das stellte Andreas Stephan, Chef der Plauener Maler GmbH, beim Rundgang mit Dagmar Groß von der Unteren Denkmalschutzbehörde Plauen fest. Beide zeigten sich von der neuerlichen "Pegasus"-Aktion begeistert. 
Kerstin Rüffer, Chefin des Unikatvereins, der die Weberhäuser und die Handwerkerhäuser mit Leben erfüllt, war ebenso erfreut, einen derartigen Fachmann gewonnen zu haben. "Das ist ein wunderbares Projekt, es gibt viel zu tun und es darf nun nichts mehr kosten, Fördermittel, Eigenmittel - alles ist aufgebraucht. Also gilt es, Eigenleistung und viel Hingabe zu investieren", fasst Rüfer gestern vor Ort zusammen. 
Stephan konnte ihre einige Sorgen nehmen. "An Arbeit und Material geht hier einiges rein, sagen wir um die 15 000 Euro", hob Stephan den Daumen zum Schätzen. Insgesamt zehn Lehrlinge werden tätig sein, derzeit ist es Richard Jakob, Azubi der Werbetechnik bei der Maler GmbH. Der junge Mann war schon maßgeblich an der Erneuerung der Malarbeiten im Erdgeschoss beteiligt. Nun folgt die finale Phase. "Es ist es wert, sich um den Turm zu kümmern", so Stephan - ein ausgewiesener Kenner der malerischen Schätze der Stadt. Von kleinen bis zu größeren Bürgerhäusern, von Fabriken, Manufakturen bis Villen ist dem Plauener nichts verborgen, was Techniken, Stile und Trends des Malerhandwerks anbelangt. Im Turmhaus entdeckte er, dass hier einst eher schlichte Malermethoden zum Einsatz kamen. "Hier wurden Walz- und Strichmuster angebracht, ganz einfach, nicht teuer aber wirksam und schön", so der Malermeister. 
Zu sehen ist in der dritten Etage eine Art "Tapetenmuster" aus Rosenverflechtungen. "Hat was von Dornröschenturm", meinte lachend Kerstin Rüfer. Wie soll der alte Stil aufgefrischt, erhalten, ergänzt werden? "Wir haben in der Firma ein Archiv von Walzen, die PGH, wie wir früher hießen, gibt es ja schon seit 1953. Wir haben derartige Walzen gefunden", berichtete Stephan. 
Die Arbeiten laufen, gerade wird repariert und entkernt, die Stützarbeiten realisiert und der technische Innenausbau wie die Stromleitungen gelegt. 
"Ab Herbst geht es dann mit den Malerarbeiten richtig los", sagt Azubi Jakob, der verriet, als Gestaltungsexperte ebenfalls eine kleine Sammlung historischer Malerwalzen zu besitzen. "Richard Jakob, Laura Zeiske und weitere acht junge Leute betreuen das Projekt", so Stephan. 
Die Fertigstellung wird, läuft alles wie geplant, 2021 erfolgen. Dann wird im Turmhaus unter anderem eine Druckwerkstatt eröffnet, informiert Kerstin Rüffer am Ende des Rundganges.