Pausaer Pfarrer wirbt um "Glocken" für Glocken

"Clever muss man sein, wenn man das große Geld machen möchte", sagte sie und leitete mit diesem Satz zum Glockenproblem in Pausa über.

Dabei erfuhr der Zuschauer, dass in der vogtländischen Stadt 220 000 Euro zur Sanierung von Kirchendach, Glockenstuhl und vier 93 Jahre alten Hartmetallglocken fehlen. Kennen lernen konnten sie dabei auch Pfarrer Pierel, der häufig die 98 Stufen bis zum zugigen Dachstuhl hochsteigt und das Geläut kontrolliert. "Wir müssen jeden Tag mit einer Sperrung rechnen", sagte er sorgenvoll in die Kamera.

Dann kam Thomas Weigert, dem Vorsitzenden des Fördervereins der Sankt Michaelisgemeinde, die Idee, Glockentage zu verkaufen. Seit Dezember können Interessenten für 24,11 Euro symbolisch einen Glockentag kaufen. Das Interesse an der ungewöhnlichen Idee ist laut Weigert groß. Über hundert solcher Tage seien bereits verkauft. Dabei gebe es keine besonders beliebten Tage. Meist leisten sich die Leute anlässlich eines Geburtstages, einer Taufe oder einer Hochzeit einen Glockentag und helfen damit der Kirchgemeinde beim Geldsammeln.

In einem Schaukasten werden die Namen der Glockentag-Käufer veröffentlicht. Dass mit dieser Aktion nicht die erforderliche Summe für die Sanierung zusammenkommt, ist Pfarrer Pierel klar. "Es handelt sich dabei nur um einen Beitrag, aber einen wichtigen", erklärt er. Außerdem wolle man damit die vier Sorgenkinder-Glocken im Bewusstsein der Bevölkerung wach halten.

Am Ende der Sendung erfuhr der Zuschauer noch, dass am gestrigen Tag einem Klempnermeister aus Pausa das Glockenläuten gehörte. Daneben forderte die Moderatorin zum fleißigen Glockentags-Kauf auf, "damit sich die vier alten Damen in Pausa bald zur Ruhe setzen können".