Partner im Kaukasus?

Fragen an Torsten Schnurre, FDP-Gemeinderat in Bad Brambach

Es wäre eine der am weitesten entfernten Partnerstädte vogtländischer Kommunen: Nach dem Willen von FDP-Gemeinderat Torsten Schnurre, sollte Bad Brambach Beziehungen zu Argun aufnehmen im Kaukasus. Der Vogtland-Anzeiger sprach mit dem 37-jährigen Sozialversicherungsfachangestellten, der als Sachbearbeiter in der FDP-Fraktion des Thüringer Landtages arbeitet.

Herr Schnurre, wie kommt man auf die Idee, eine Partnerschaft mit einer 3300 Kilometer entfernten Kommune vorzuschlagen?
Schnurre: In der vorletzten Sitzung des Gemeinderates ging es um Städtepartnerschaften. Davon habe ich einem Bekannten erzählt, der Mitte der 1990er Jahre aus Tschetschenien nach Deutschland übergesiedelt ist.

Und der ist aus Argun?
Er hat Beziehungen dorthin. Und er wusste, dass die dortige Stadtverwaltung kommunale Kontakte ins Ausland sucht, gerne auch nach Deutschland.

Was wissen Sie über Argun?
30.000 Einwohner, zehn Kilometer entfernt von Tschetscheniens Hauptstadt Grosny, ein Autowerk, in dem Ladas vom Band laufen.

Brambach hat 2000 Einwohner. Eine 15 Mal so große Partnerstadt ist doch eine andere Gewichtsklasse, oder?
Wir haben eine Vollverwaltung und können mit "richtigen" Städten mithalten. Als Kurort und sächsisches Staatsbad mit der stärksten natürlichen Radonquelle der Welt brauchen wir uns nicht zu verstecken. So eine Partnerschaft bietet die Chance, Brambach bekannter zu machen. Ob es klappt weiß ich nicht - aber einen Versuch ist es wert. Es kostet erst mal kein Geld - nur Zeit.

Hat Bad Brambach bereits Partnerkommunen?
Nein, noch nicht. Aber es gibt Beziehungen ins nahe Haslau/Hazlov in Tschechien und Interesse aus der Gemeinde Fensterbach in der Oberpfalz, in der unser Bürgermeister als Berufssoldat zu tun hat.

Was haben die anderen Brambacher Gemeinderäte zu Ihrem Vorschlag gesagt?
Für Bürgermeister Maik Schüller ging es zu schnell. Er fand, die Fraktionen sollten beraten. Und so wird das Thema in einer der nächsten Sitzungen wieder auf der Tagesordnung stehen.