Parktheater in schottischer Hand

Schottland. Raues Meer, Whisky, echte Kerle, die Kilts im Karomuster ihres Clans tragen - und der Dudelsack, das Nationalinstrument. Davon gab es im Parktheater ordentlich was zu hören und zu sehen.

Von Gabi Kertscher

Plauen Die Schottische Musikparade gastierte in Plauen- mit Highlights von den Highlands, mit keltischem Zauber und schottischer Lebensfreude. Auf der Bühne war eigens eine Schloss-Kulisse mit Türmen und Zinnen nachgebaut worden, die - wie auch in Schottland - in den verschiedensten Farben angestrahlt wurde. An die Seitenwände der Bühne wurden keltische Knoten projiziert. Für über zwei Stunden nahmen rund fünfzig Musiker die Zuschauer mit auf eine Reise in das nördlichste Land Großbritanniens.
Das Programm begann mit dem feierlichen Einzug der Pipes and Drums, also der Dudelsackspieler und Trommler. Vorab der Kommandeur, Pipe-Major Keith Bowes, mit seinem gewaltigen militärischen Outfit, der mit ziemlich ernster Miene die schottische Gruppe Johnston Pipe Band 1943 durch den Torbogen, zur Bühne geleitete. Die Band Aceltica aus Glasgow lieferte die Musik, dazu brillieren Fiedel- und Dudelsacksolisten. Der Star des Abends war Steven Dewar, einer der erfolgreichsten Dudelsack-Spieler. Er zeigte seine außerordentliche Blas- und Fingertechnik. Das konnte man besonders bei der Kombination zwischen traditionellem Dudelsack-Spiel und moderner Rockmusik spüren. Dudelsack, Geige und E-Gitarren, das passte zusammen.
Die Titel stammten alle von schottischen Komponisten. Das Zusammenspiel mit der jungen Violinistin Coralea McKay funktionierte hervorragend. Zum Programm gehörten auch typische Tänze. Junge Mädels in traditionellen Schottenröcken und dicken Karo-Kniestrümpfen sprangen über die Bühne. Der "Sword Dance" ist wohl einer der bekanntesten Highland-Tänze. Vier Tänzerinnen legten jeweils zwei Schwerter in Kreuzform auf den Boden und tanzten um diese herum, um dann später in immer schnelleren Schritten zwischen ihnen zu tanzen - eine besondere Art von Schautanz mit perfekter Beinarbeit.
Die Moderation des Abends war überwiegend in englischer Sprache, aber das machte den Zuschauern nichts aus. Die Frage, was der Schotte unter seinem Kilt trägt wurde sowieso nicht beantwortet. Außerdem weiß das ja fast jeder.