Parkeisenbahner übergibt Staffelstab

Jetzt ist es amtlich. Der Plauener Stadtrat hat zugestimmt, dass Michael Hochmuth in den verdienten Ruhestand gehen kann. Der Betreiber der Parkeisenbahn und Eigentümer der Freizeitanlage im Syratal reicht den Staffelstab nach 28 Jahren weiter an Marcel Kaiser.

Von Gabi Kertscher

Plauen Der vierzigjährige Plauener Marcel Kaiser kennt die Anlage fast so gut, wie Michael Hochmuth. Er war 12, als er 1993 die ersten fünf Jumicar-Fahrzeuge am Oberen Bahnhof fahren ließ. Schon damals war Marcel einer der größten Fans. Er folgte seinen Lieblingsfahrzeugen ins Syratal. Er drehte in den Autos seine Runden, half, wo es nur ging. Erst als Jugendlicher, später in einem Minijob. Heute ist er Bereichsleiter in einem großen Unternehmen und weiß, worauf es ankommt. "Er hat immer gesagt: "Irgendwann steige ich hier mit ein" und jetzt ist es so weit", erinnert sich Michael Hochmuth. Er ist sich sicher, dass sein Nachfolger die Anlage in seinem Sinn weiter führen wird. Schließlich sei er ja auch noch da und werde vor allem am Anfang mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Es stehe schon lange fest, dass er nach der 2021er Saison aufhören möchte.
Der 63-Jährige hat bereits im Frühjahr seine Entscheidung dem jetzigen Oberbürgermeister Steffen Zenner mitgeteilt, mit der Bitte, erst mal nichts nach außen dringen zu lassen. Als Chef der Freizeitanlage wollte er es seinen Mitarbeitern selbst sagen. Diese waren überrascht, aber auch verständnisvoll. Jeder kennt Michael Hochmuth als einen, der, sobald die Frühlingssonne anfängt zu blinzeln, an sieben Tagen die Woche mindestens 12 Stunden vor Ort war. Sein Telefon wurde nie ausgeschaltet, er war immer da.
"Manchmal ist den Leuten 22 Uhr eingefallen, dass ihr Kind in wenigen Tagen Geburtstag hat. Dann klingelte bei mir das Telefon." In den Sommerferien 2021 musste man schon etwas Geduld mitbringen, um einen der bunten Flitzer zu ergattern. Da standen die Kinder mit kugelrunden Augen am Zaun und haben ganz geduldig gewartet. "Wir haben im Sommer 100.000 Leute hier", berichtete er stolz und es sei eine Herausforderung für die Angestellten und die jungen Parkeisenbahner, das alles zu schaffen. "Sie kamen von Flensburg bis Garmisch und Frankfurt/Ober bis Köln." Es falle ihm nicht schwer, die Anlage zu übergeben.
"Nach 28 Jahren Selbstständigkeit habe ich den richtigen Zeitpunkt gefunden, die Freizeitanlage zu übergeben." Bereits im zeitigen Frühjahr hat Michael Hochmuth ein Gartengrundstück gekauft. "Das war ein echter Glückstreffer." Seine kleine grüne Oase wird seine "Sommerresidenz". Dann will er als "Freizeitgenießer" ein Auge auf sein Lebenswerk haben. "Als Kapitän gehe ich von Bord, als Lotse und Chief stehe ich in den nächsten Jahren noch zur Verfügung", verspricht Michael Hochmuth all denen, die Freizeitanlage Parkeisenbahn Syratal Plauen kennen und nutzen.