Parkeisenbahn ab heute unter Volldampf

"Endlich geht es los", sagt Michael Hochmuth. Der Betreiber der Freizeitanlage im Syratal hat trotzdem Sorgenfalten auf der Stirn. Nicht nur wegen der Verzögerung des Saisonbeginns. Eine Menge war diese Woche zu tun, bevor nun heute erstmals die Türen für Besucher geöffnet werden.

Von Ingo Eckardt

Plauen - Das Jahr 2019 sei eine wirklich supertolle Saison gewesen, wozu natürlich das 60 Jahre-Jubiläum der Parkeisenbahn entscheidend beigetragen habe, sagt Michael Hochmuth. Man habe Top-Wetter gehabt - und allein rund 35.000 Fahrgäste, die mit der Parkeisenbahn eine Runde gedreht hätten. Insgesamt registrierte man letztes Jahr über 120.000 Besucher. "Wir sind für unsere Stadt die Freizeiteinrichtung Nummer eins.
Allerdings geben wir uns für dieses Jahr keinen Illusionen hin. Wenn wir die Hälfte der Vorjahreszahlen erreichen, sind wir wirklich gut", ist Hochmuth kein Träumer. Die sechs Wochen verspätete Eröffnung und die nun gültigen Abstands- und Hygieneregeln, die deutlich geringere Belegungszahlen der Anlage mit sich bringen, werden das Jahr mit großer Sicherheit verhageln. Auch die vielen Veranstaltungen, die man heuer erstmals in einem großen Flyer zusammengestellt hat, und die stets Tausende Besucher anzogen, kann es dieses Jahr nicht geben - zu groß ist die Unsicherheit. "Wir haben alle größeren Veranstaltungen abgesagt und auch Kindergeburtstage gibt es noch nicht. Lediglich unsere Turniere im Trick-Pin und im Minigolf werden stattfinden können", meint Hochmuth, der viel Zeit investierte, um ein Hygienekonzept aufzustellen. Dabei wisse man noch nicht einmal genau, ob es ein solches Konzept überhaupt braucht. Man hatte das Problem, dass es nicht möglich war, von den zuständigen örtlichen Behörden zu erfahren, welche Regeln man überhaupt einhalten müsse. "Das Landratsamt hat das doch sicher gewusst, was auf uns zu kommt. Es muss doch da mal paar Leute mit einem Plan geben. Jeder ist grade auf sich selbst gestellt. Selbst auf mein vorsorglich beim Gesundheitsamt des Vogtlandkreises eingereichtes Hygienekonzept, habe ich bis heute keine Rückmeldung", ist Hochmuth total verärgert.
Doch seinen Fokus richtet der Betreiber der Freizeitanlage jetzt lieber auf die Eröffnung am heutigen Samstag, ab 13 Uhr. Desinfektionsstationen wurden im Gelände aufgestellt, die Tische und Stühle nach der gültigen Abstandsnorm aufgestellt. "In der Parkeisenbahn darf nur jedes zweite Abteil genutzt werden, unsere ‚Jungen Eisenbahner‘ dürfen leider bis auf Weiteres noch nicht wieder in Dienst gehen. Bei Minigolf und Trick-Pin dürfen nur Einzelpersonen oder Familien spielen, auf genau so viele wie Bahnen wie vorhanden sind. Die Sportgeräte werden nach jeder Benutzung desinfiziert. In den Mini-Cars sitzen die Kinder ja ohnehin allein im Auto, als Beifahrer sind nur Geschwisterkinder erlaubt. Nach jedem Fahrzeugwechsel desinfizieren wir das Lenkrad. Zudem haben wir die Helmpflicht in Absprache mit der Versicherung aufgehoben. Eigene Fahrradhelme können natürlich genutzt werden", erläutert Michael Hochmuth, der weitere Umsatzquellen verloren hat, weil viele Feste, auf denen er mit seinen mobilen Mini-Car-Angeboten präsent war, abgesagt wurden.
Doch es gäbe generell auch positive Signale. Man könne auch weiterhin auf die vielen guten Kooperationspartner, die trotz späterer Öffnung bei der Stange bleiben, zählen. Natürlich werde man die vereinbarten Kooperationsbeiträge nur anteilig verrechnen, wegen des verspäteten Saisonstarts. "Keiner unserer Partner hat gekündigt bisher, das zeugt von gutem Miteinander.
So war am Donnerstag auch Michael Barth, der Chef des Zweckverbandes ÖPNV, bei uns und hat angekündigt, die langjährige Kooperation mit uns fortzusetzen. Er hat uns für die ersten Fahrgäste des Jahres sogar ein paar Willkommensgeschenke mitgebracht", freut sich Hochmuth, der zudem darauf hofft, dass viele Menschen den Urlaub auch in der Heimat verbringen werden, was der Freizeitanlage Syratal sicher helfen würde.