Paritas-Tagesstätte geht vorsichtig wieder in Normalbetrieb

 Gerade in der Arbeit mit behinderten, gehandicapten und psychisch kranken Menschen hat sich in der Corona-Zeit besonders schwierig gestaltet. So durften Behindertenwerkstätten nicht arbeiten und auch Betreuungsangebote wurden durch die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen eingeschränkt. "Für unsere Wohnstätten-Bewohner hatte das erhebliche Einschränkungen zur Folge", erklärt Cornelia Greiner, die Geschäftsführerin der Paritas gGmbH, die neben der Wohnstätte am Fasanenring auch die Tagesstätte und Beratungsstelle an der Weststraße sowie Einrichtungen im oberen Vogtland betreibt. Die fehlenden Besuche und Kontaktmöglichkeiten seien sehr belastend gewesen.

Von Ingo Eckardt

In der sozialtherapeutischen Tagesstätte an der Weststraße gibt es nun wieder die ersten gewohnten Besuche im Normalbetrieb. "Es tut unseren Klienten sehr gut, man merkt es, wie sehr sie dieses Stück Normalität genießen. Wenigstens einmal die Woche können sie in kleinen Gruppen wieder zu uns kommen", freut sich Ergotherapeutin Daniela Fiß, die zum Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger im Büro hinter einer Plastik-Scheibe sitzt. Denn natürlich spielen Hygieneregeln und Abstandhalten auch hier eine entscheidende Rolle.
In Corona-Hochzeiten gab es durchaus kritische Situationen. "Es gab durchaus Klienten, die in dieser Zeit, in der wir wenig direkten Kontakt halten konnten, in stationäre Behandlung gehen mussten. Einige konnten wir kaum erreichen und haben uns sehr um sie gesorgt. Aber erfreulicherweise sind die meisten gut durch die letzten Wochen und Monate gekommen", sagt Daniela Fiß. Ganz allein gelassen habe man die 18 Betreuten natürlich nicht. Telefonisch habe man jede Woche mindestens einmal Kontakt gehalten, manche hätten auch von sich aus den Kontakt häufiger gesucht. Daniela Fiß: "Wir waren ansprechbar wie natürlich auch die Kollegen der Beratungsstelle stets via Telefon und Mail - das ist wichtig für unsere Betreuten, die nicht selten unter Panik- und Angststörungen leiden. Gerade die Corona-Pandemie hat bei einigen dafür gesorgt, dass sie sich wirklich daheim verbarrikadiert haben, Angst vor dem Einkaufen hatten. Gerade diesen Betroffenen haben wir Angebote für persönliche Treffen im Freien unterbreitet, um sie aus der Isolation zu holen, um die Vereinsamung zu verhindern. Auch haben wir die Klienten animiert, den Kontakt zumindest telefonisch untereinander zu halten." Manchen der Betreuten ließ man auch Pakete zukommen, die Möglichkeiten der Beschäftigung bei Langeweile boten. "Wir haben da Ton reingepackt oder Material für Stickarbeiten - das sind ja auch Angebote, die wir normalerweise in der Tagesstätte anbieten. Wir Mitarbeiter haben selbst in freien Zeiten Mundschutz-Masken genäht, die in unserem ambulant betreuten Wohnen sowie jetzt bei unseren Klienten zum Einsatz kommen. Unsere Angebote haben wir mit unserem Geldgeber, dem Kommunalen Sozialverband Sachsen inhaltlich abgestimmt, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein und keine Fördermittel zu gefährden", macht Daniela Fiß deutlich.
Besonders froh ist sie, dass man generell gut durch die schwierige Zeit gekommen ist. Man habe keinen einzigen Covid-19-Fall innerhalb der Paritas-Gesellschaft gehabt und wolle durch strenge Hygiene-Regeln dafür sorgen, dass dies auch so bleibt. ecki