Pappelallee ohne Pappeln

Die Pappelallee in Kleingera sieht ungewohnt kahl aus. Aktuell werden dort Bäume, die der Anlieger-Straße ihren Namen geben, gefällt.

Kleingera Seit der Wende gibt es dafür Pläne. Nach Varianten-Untersuchungen wird die Staatsstraße 298 künftig nach der so genannten "Kreuztanne", da wo die Straßen aus Kleingera, Coschütz und Brockau aufeinandertreffen, bergab und links am Dorf Kleingera vorbei Richtung Sachswitz geführt.
Vor Wochen hatten die Vermessungsarbeiten stattgefunden, wobei die künftige Streckenführung mit Hölzern markiert worden war. Seither waren die Kleingeraer auf die gewaltige Baumaßnahme vorbereitet. Nun jedoch eine Pappel nach der anderen fallen zu sehen, bedauern dennoch die, die im Ort aufgewachsen sind, die einst unter den Pappeln gespielt haben, dort im Sommer Rollschuhe und im Winter Ski gefahren sind. Der Rodelhang der Kleingeraer - gleich neben der Pappelallee - muss für die Baumaßnahme ebenfalls weichen, genauso ein Teil der einstigen Kleingartenanlage und des Kirchsteigs nach Elsterberg.
"Ich freue mich, dass nach jahrzehntelangen Diskussionen und Planungen nun endlich eine weitere Ausbaustufe des Autobahnzubringers von Greiz zur Autobahnanschlussstelle Treuen der A 72 realisiert wird. Zugleich bin ich dankbar, dass es für die Bewohner der Ortschaft Kleingera nach Abschluss der Bauarbeiten zu spürbaren Verbesserungen der Lebensqualität kommen wird. Der Schwerlastverkehr, der die Straße frequentiert, hat in den vergangenen Jahren konstant zugenommen, womit es zu manch gefährlicher Situation in der engen Ortsdurchfahrt kam", sagt Elsterbergs Bürgermeister Sandro Bauroth. Die Lärm- und Abgasbelastung vermindere sich, die Bausubstanz werde entlastet und Fußgänger, insbesondere Kinder, könnten sich nun entspannter in der Ortslage bewegen.

 

 


"Nun hoffe ich, dass auch die Thüringer nachziehen. Die Anbindung an die B 92 ab Sachswitz müsste ebenfalls noch ausgebaut werden", verweist Bauroth auf das seit Jahren bestehende Nadelöhr über die Straße "Sachsenplatz". Zu diesem Thema will er demnächst mit dem infrastrukturpolitischen Sprecher der Thüringer FDP-Landtagsfraktion, Dirk Bergner, in Greiz ins Gespräch kommen.
Die Ortsumgehung Kleingera ist seit der Wende die vierte große Baumaßnahme an der S 298 zwischen Treuener und Greizer Flur. Der Streckenabschnitt bei Herlasgrün mit Bahnbrücke sowie der zwischen Brockau und "Kreuztanne" und die Ortsumgehung Brockau waren erste große Baumaßnahmen. Zwischen der "Dreckschänke" und dem Berg bei Reimersgrün hatte es vor einigen Jahren lediglich eine Deckensanierung gegeben. Die hätte die Staatsstraße auch in anderen Abschnitten dringend nötig. Zwischen Reimersgrün und Brockau zum Beispiel ist die Straße in einem äußerst schlechten Zustand - die Straßenränder sind längst weggebrochen, Schlaglöcher werden mit Flicken immer öfter verschlossen. ela