Pannonia-Treffen in Waldfrieden

Waldfrieden/Ranspach - Motorräder knatterten am Wochenende wieder durch Pausa und das nördliche Vogtland. Freunde der bis 1974 im Budapester Stadtteil Csepel produzierten Marke "Pannonia" trafen sich zum 15. Mal.

 

 Diesmal war die Freizeiteinrichtung in Waldfrieden der Treffpunkt. Organisiert haben das Ganze Steffen und Kirsten Kleinschmidt aus Mehltheuer. "Wir kommen jedes Jahr in einer anderen Ecke Deutschlands zusammen", sagte Klaus Heidemann. Der 70- jährige Dormagener steht als Vorsitzender der Interessengemeinschaft vor. Im Vorjahr waren die Motorradfreunde in der Oberpfalz zu Gast. 2010 geht es in die Nähe von Rostock Über 30 Motorräder mit über 70 Fahrern und Beifahrern als Solomaschinen oder mit Beiwagen waren bereits am Freitagabend in der Freizeiteinrichtung in Waldfrieden angereist. Die weiteste Anfahrt absolvierten die zehn ungarischen Motorradfreunde.

Am Samstag gab es erst die Rundfahrt durch das Vogtland - mit Stationen an der Pausaer Erdachse, ins Burgsteingebiet und das Mittagessen in Mehltheuer. Am Abend spielte "Hinz und Kunz" aus Plauen zur Unterhaltung auf und gestern reisten die Motorradfreunde wieder ab.

Klaus Heidemann, der 1956 in der damaligen "Gesellschaft für Sport und Technik" ein Pannonia-Motorrad fuhr, erzählte über die Geschichte des Zweiradfahrzeuges. "Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden nur Maschinen mit 98 Kubikzentimeter Hubraum gebaut. Danach nur 250-er Maschinen mit einem, die ausschließlich in der DDR fuhren, oder mit zwei Zylindern."

Die Produktion der Zweizylinder wurde schon 1964 gestoppt, 1975 dann innerhalb des RGW (Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe) auch die Einzylinder-Produktion. "Die Ungarn waren von jeher fortschrittlich und nahmen Verbindung zum japanischen Motorradbauer "Yamaha" auf. Deren Y 7 war damals der Pannonia ähnlich. Das hat natürlich den Russen nicht gefallen und so haben sie die Produktion gestoppt", weiß Heidemann. Eine die ohnehin nicht rentabel war, denn die Russen bezogen die Maschinen unter dem Herstellungspreis, fügt der Fachmann hinzu.

Bunt sind die Maschinen - so steht jede Farbe für einen Baujahrzeitraum. Rot waren die Maschine, die von 1953 bis 1955 gebaut wurden, so Heidemann, grün die um 1956 entstanden oder schwarz, die ab 1958 vom Band liefen. Natürlich bauten die Ungarn auch besondere Modelle, so die "TLB", wobei das B für beplankt steht. Beplankt war hier der hintere Teil, ähnlich wie beim Berliner Roller.

Heidemann, der seine Schulzeit in Zwickau-Planitz verbrachte, kehrte Mitte der Fünfziger Jahre in seine Geburtsstadt Berlin zurück. Er war in Schwarze Pumpe (Hoyerswerda) und Hennigsdorf beruflich tätig und ging noch vor dem Mauerbau über die Grenze. In Köln arbeitete er als Kraftfahrer und dann in einer Aluminiumfabrik in Neuss. "Heute halte ich hier die Truppe zusammen", erzählt er und berichtet, dass oft nur ein Pfiff nötig sei, damit die "hören".

"1997 habe ich die Führung übernommen. Uns verbindet die Liebe zu den Fahrzeugen mit der Erhaltung der Technik und damit der Erhaltung der Tradition", fasst Heidemann "seine" Truppe zusammen. Deren Mitglieder kommen aus Kronach, Gera, Gotha, Arnstadt, natürlich aus dem Vogtland, dem Erzgebirge, der Altmark, aus dem Raum Rostock, aus Bremerhaven sowie aus Ungarn. jst