Orloffs Kosaken verzaubern das Publikum

Plauen - Zu Gast im kleinen Saal der Festhalle Plauen war am Montagabend der Schwarzmeer-Kosakenchor unter der Leitung von Schlagersänger und Schauspieler Peter Orloff. Der Sohn ukrainisch-deutscher Eltern ist für diese Leitungsaufgabe geradezu prädestiniert. Schließlich ist er schon seit einem Vierteljahrhundert mit dem Vokalensemble unterwegs - zum vierten Mal gastierte man in der Spitzenstadt.
So richtig Schwung in die Personalie Peter Orloff kam vor drei Tagen, als eine sehr bunte Online-Zeitung aus dem RTL-Nähkästchen plauderte und den gebürtigen Lemgoer als potenziellen "Dschungelkandidaten" outete. "Das sind Spekulationen, an denen ich mich nicht beteilige. Kein Kommentar", ließ Orloff auf Nachfrage des Vogtland-Anzeigers in der Pause des Konzertes keinen echten Einblick zu.
Derartige Reaktionen sind gemeinhin jedoch als Bestätigung zu werten. Vermutlich arbeitet man bereits daran, die 200 Konzerte, die das Ensemble jedes Jahr zu absolvieren hat, entsprechend umzuplanen. Die rund 260 Gäste im kleinen Saal der Festhalle focht das Ganze natürlich eher weniger an. Sie genossen die glasklaren Stimmen der Choristen, den typisch osteuropäischen Satzgesang und das virtuose Spiel der begabten Instrumentalisten mit Akkordeon, Domra und Bassbalalaika. Bekannte Weisen waren zu hören, wie das unvermeidliche "Kalinka" oder das stimmlich herausfordernde "Glöckchen", das Solist Igor Ishchak beinahe in der Höhe eines Countertenors erklingen ließ. Offiziell gilt der stämmige Sänger als Sopranist - er singt quasi eine hohe Frauenstimme. Seit rund sechs Jahren gehört er zum Ensemble und bereichert dieses zweifellos. "Das Geheimnis unseres Chores ist die Auswahl des Teams. Wenn man so viel miteinander unterwegs ist, müssen nicht nur die Stimmen zueinander passen. Da geht es auch darum, menschliche Harmonie zu pflegen", sagt Orloff und betont, dass Russen und Ukrainer in seinem Chor gemeinsam bestens harmonieren.     ie