Orkan, Schneefall und Glätte

Umgestürzte Bäume, verspätete Züge und heruntergerissene Stromleitungen. "Niklas" hat sich ausgetobt. Und hat den Winterdienst gefordert.

Plauen - Nachdem Dienstagabend das Sturmtief "Niklas" die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr auf Trapp gehalten hatte, sorgte Mittwochmorgen im Vogtland Glatteis für teilweise flächendeckende Behinderungen im Straßenverkehr. Der Winterdienst war in allen vier Meistereien mit 17 Fahrzeugen im Einsatz, heißt es aus dem Landratsamt.

Vor allem im Bereich Klingenthal und Muldenhammer waren viele Straßen wegen der Glätte kaum noch passierbar. Nach einem Unfall auf der B 283 in Mühlleithen standen viele Autofahrer im Stau. Auf der Straße zwischen Jägersgrün und Hammerbrücke war ein Fahrzeug des Winterdienstes in den Seitengraben gerutscht.

Auf der B 282 ging zwischen Syrau und Mehltheuer nichts mehr, weil sich mehrere Lkw quer gestellt hatten. Erst in den Vormittagsstunden normalisierte sich die Lage langsam. Für die bevorstehende Wetterlage über Ostern seien die Straßenmeistereien vorbereitet. Ausreichend Auftausalz ist vorhanden.

Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Plauen, Adorf, Reichenbach und Falkenstein kämpften mit den Folgen des Orkans, wie umgestürzte Bäume, Schutzplankenschäden und beschädigte Lichtsignalanlagen. Laut Rettungsleitstelle gab es in der Nacht und am Mittwoch weniger Einsätze, darunter die Beseitigung von losen Dachziegeln an einem Haus in Reichenbach.

In Vogelsgrün stürzte ein Baum auf einen Bungalow. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren waren beinahe in allen Orten des Vogtlandkreises unterwegs, um vor Ort zu helfen, umgestürzte Bäume von Straßen und Gehwegen zu räumen.

Der Bahnverkehr in Sachsen pendelte sich langsam wieder ein. Es habe am Mittwoch zwar noch Verspätungen und Ausfälle gegeben, doch der Betrieb laufe weitestgehend wieder normal, sagte eine Bahnsprecherin in Leipzig. Zu den Osterfeiertagen soll der Verkehr wieder stabil und planmäßig sein. Auch die Vogtlandbahn fuhr wieder. Bei der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Strom dauerten die Reparaturarbeiten an dem Stromleitungen am Mittwoch noch an.

Die Grundversorgung sei zwar gesichert, doch es werde noch einige Tage dauern, bis wieder alles in Takt sei, sagte eine Sprecherin. Am Dienstag waren zeitgleich rund 22 100 Kunden ohne Strom, vor allem in den Landkreisen Leipzig, Mittelsachsen und im Vogtland.

Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gehört "Niklas" zu den stärksten Stürmen der vergangenen 30 Jahre. Der Orkan ist zwar aus Deutschland abgezogen, es bleibt aber stürmisch: Die Meteorologen sagten zu Ostern nass-kaltes und unbeständiges Wetter voraus.