Optiplan wird verstärkt überwacht

Das Umweltamt reagiert auf die Geruchsbelästigung der Oelsnitzer Kunstoff-Firma optiplan. In einem Offenen Brief hatten Stadtrat Ulrich Lupart (DSU) und Sabine Gluck, beide sind Anwohner der Alten Reichenbacher Straße in Oelsnitz, starke Geruchsbelästigung durch die Kunststoff-Firma Optiplan im Industriegebiet Johannisberg beklagt.

Oelsnitz - Seit längerer Zeit würden die Emissionen andauern, Übelkeit und Kopfschmerzen erregen. In der Stadtratssitzung am Mittwoch übergab Lupart eine Liste mit 70 Unterschriften an Oberbürgermeister Mario Horn. Er forderte Kontrollen und kündigte an, das Problem vor den Kreistag zu bringen.

Tätig geworden ist inzwischen das Landratsamt. Im Amt für Umwelt und Bauordnung ging am 24. April die erste Beschwerde wegen der Geruchsbelästigung ein.

Ursache ermittelt

"Bei einer anlassbezogenen Überwachung am 7. Mai ...wurden Mitarbeiter der Unteren Immissionsschutzbehörde fündig", erklärt Umweltamtsleiter Dr. Tobias Pohl. Die Mail wurde von Landkreissprecherin Kerstin Büttner übermittelt. Bei drei vorangegangenen, unangemeldeten Kontrollen dagegen hatten die Mitarbeiter keine Emissionen wahrgenommen. Bei der Überprüfung am 7. Mai traten stärkere Geruchsemissionen im Umkreis der Anlage auf. "Als Ursache erwies sich, dass das im Genehmigungsbescheid festgelegte Abluftregime verändert und somit nicht eingehalten wurde. Der Betreiber wurde angewiesen, sofort genehmigungskonforme Verhältnisse herzustellen", informiert Pohl. Optiplan muss sich außerdem äußern, wie es zu dem Störfall kommen konnte.

Die Abluftreinigungsanlage als ein Teil des Abluftregimes werde nachweislich regelmäßig gewartet und kontrolliert. Störungen seien in den vergangenen Monaten nicht aufgetreten. Im Störfall werde sofort eine Information an die Verantwortlichen abgesetzt. Pohl weiter: "Die Abluftreinigungsanlage wurde letztmalig 2011 durch eine zugelassene externe Messstelle überwacht, die vorgegebenen Emissionsbegrenzungen wurden damals wesentlich unterschritten. Die nächste turnusmäßige externe Emissionsmessung ist im Kalenderjahr 2014 fällig. Überwachungen durch die Untere Immissionsschutzbehörde in Form von Regelüberwachungen stehen in Sachsen für derartige Anlagen alle zwei Jahre an. Bei der letzten Überwachung im Jahre 2011 wurden immissionsseitig keine Mängel festgestellt. Die nächste Regelüberwachung ist für den Juni 2013 geplant."

Unangemeldete Kontrollen

Durch eine Befragung von Anwohnern und aus den Medien-Berichten erfuhr das Umweltamt, dass die Belästigungen bereits seit Februar 2013 andauern. "Leider haben wir davon und den Belästigungen des Wochenendes vom 20./21 April erst am 24. April erfahren", bedauert der Amtsleiter. Je später die Behörde über die Sachverhalte informiert werde, "desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit diese zu bestätigen und die Verursacher zu ermitteln. Wenn keine Mitarbeiter unserer Behörde erreichbar sind, muss die Polizei die Sachverhalte aufnehmen", betont Pohl.

"Die Geruchsbelästigungen der letzten Wochen gehen vermutlich auf Innenraumluft einer Produktionshalle zurück und werden seitens des Betreibers abgestellt", fasst der Umweltamtsleiter zusammen. Ungeachtet dessen werde die Anlage in den nächsten Wochen verstärkt unangemeldet überwacht. Die Anwohner werden gebeten, sich bei erneuten Problemen umgehend mit der Unteren Immissionsschutzbehörde im Landratsamt in Verbindung zu setzen. Er werde dem Umweltproblem auf der Spur bleiben und fordere auch eine Überprüfung des Arbeitsschutzes in den Produktionshallen von Optiplan, um Gesundheitsgefahren für die Mitarbeiter auszuschließen, erklärte Lupart gegenüber dem Vogtland-Anzeiger.