"Operation am offenen Herzen"

Um das Plauener Rathaus zukunftssicher zu machen, wurde 25 Jahre alte Rechentechnologie modernisiert. Die mit einem Raumwechsel verbundene Aktion bezeichnete Steffen Zenner eine "Operation am offenen Herzen" der Stadtverwaltung.

Von Marko Wild

PlauenNicht allein die durch einen Bombenschaden geschwächte Decke über einem der beiden Rechenzentren machte den Umzug zentraler Netzwerk- und Servereinheiten notwendig. Im Rathaus will man auch auf die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung vorbereitet sein. Denn im Rahmen des "Online-Zugangs-Gesetzes" (OZG) soll jeder Bürger in die Lage versetzt werden, Behördengänge künftig vom Heimcomputer aus zu erledigen. Die in die Jahre gekommene Datenverarbeitung der Plauener Stadtverwaltung wäre dieser Anforderung nicht mehr gewachsen gewesen. Laut IT-Chef Stefan Wolf war der Umzug bei gleichzeitiger Modernisierung eine anspruchsvolle Planungs- und Logistikleistung, da die gesamte Aktion während des laufenden Betriebes durchgezogen werden musste. Dafür standen 150.000 Euro und vier Wochen Zeit zur Verfügung. Beide Rahmenvorgaben wurden ohne Überdehnung eingehalten - auch dank solch zuverlässiger Partner wie der Firma SCB aus Straßberg, die die Ausschreibung gewonnen hatte.
Der Umzug im laufenden Betrieb war nur möglich, weil die Stadt über ein zweites Rechenzentrum verfügt, welches die Aufgaben des älteren zwischenzeitlich abfedern konnte. Technologisch und klimatechnisch ist das modernisierte Rechenzentrum nun auf dem neusten Stand. Zenner betont, wie wichtig es für die Stadt ist, ihren Bürgern Datensicherheit anbieten zu können, indem die Verwaltung alle entscheidenden Vorgänge in der eigenen Hand hält. Für Stefan Wolf sind aber auch Cloud-Lösungen denkbar, um zukünftig Verzichtbares auszulagern. Man prüfe, inwieweit diese Möglichkeit Anwendung finden könne. Im Moment werde noch daran gearbeitet, die Kapazität des Breitband-Hauptanschlusses zu erhöhen. Sobald dies erreicht sei, werde man z.B. auch den Online-Musikunterricht des Konservatoriums auf der städtischen Infrastruktur anbieten können.