Omega: Urgesteine des Rock seit 55 Jahren auf der Bühne

Annaberg-Buchholz Die Bandhistorie von Omega ist nur ein paar Wochen kürzer als die der Rolling Stones. Im Juli 1962 hatten Jagger, Richards und Co ihr erstes Konzert in London. Am 23. September 1962 spielen Omega ihr erstes Konzert an der Technischen Hochschule Budapest, hervorgegangen aus zwei Schülerbands, in denen Sänger Janos "Mecky" Kobor und Keyboarder Laszlo "Laci" Benkö aktiv sind. Wobei ihre Vorgeschichte bis ins Jahr 1959 reichte, damit hätten die Ungarn sogar die ältere Rockband. Was nicht weiter wichtig wäre, hätte es nicht 50 Jahre später ein Versprechen von Sänger und Bandleader Janos Kobor gegeben: So lange die Rolling Stones spielen, machen wir auch weiter. Sie haben weiter gemacht. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat die Band ein Spätwerk produziert, das die früheren Erfolge so würdig wie eindrucksvoll fortsetzt. Ihre legendären Live-Qualitäten und die überragende Laser-Show haben sie im Jubiläumsjahr 2016/2017, anlässlich ihrer "55-jährigen Geburtstagstour" erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sei es beim Festival "Rock-Giganten" in Riesa an der Seite von Boomtown Rats, Nazareth und CCR, den zahlreichen Shows mit Dieter "Maschine" Birr von den Puhdys im gesamten Bundesgebiet oder den vielen Solo-Shows von Omega im Laufe des Jahres in der Schweiz, Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei und Kroatien.
1970 feiert die Band ihren internationalen Durchbruch mit "Gyöngyhajú lány" ("Mädchen mit dem Perlen im Haar"). Der Song bringt Festivalpreise, nationale und internationale Auszeichnungen, wird in der Version "Schreib es mir in den Sand" für Frank Schöbel dessen größter Hit und liefert zweieinhalb Jahrzehnte später noch den Scorpions die Vorlage zu ihrem Erfolg "White Dove". Wie sehr Omega Songs auch heute aktuell im
Trend sind, bewies jüngst erst der weltbekannte US-Hip Hop-Superstar Kayne West. Er arbeitete in seinem 2013 erschienenen Album "Yeesuz" im zentralen Song des Albums New Slaves ganze Passagen des Omega Welthits vom Perlenhaarigen Mädchen ein. Kanye Wests Album sprang im Juni 2013 auf den 1. Platz der US-amerikanischen und der britischen Longplayer-Charts. Omega war die erste Ostblock-Band, die 1968 auf den britischen Inseln tourte, bei Decca in London (Plattenfirma der Rolling Stones) das erste Album produzierte und im englischen Fernsehen auftrat. In den 70er und 80er Jahren tourte die Band durch ganz Europa und Japan, spielte auf allen bedeutenden Festivals, teilte mit The Who, Queen und den Stones die Bühne. Die Hard-Rock-LP "Elö Omega" in der berühmten Alu-Hülle setzte 1972 stilbildende Maßstäbe.
Gut 50 Millionen Tonträger hat die Budapester Band unter die Fans gebracht. Nicht zuletzt dank der Trilogie "Rhapsody", "Symphonie" und "Oratorium" aus dem letzten Jahrzehnt. Von den rund 350 Omega-Titeln aus über 50 Jahren hat Janos "Mecky" Kobor dafür einzelne Stücke klanglich neu gefasst und so zusammengefügt, dass ein in sich geschlossenes Werk entstand. Und nun sind die Budapester Legenden auch (fast) in der Region zu erleben: Am 20. September in der Festhalle Annaberg-Buchholz. Tickets ab sofort an allen bekannten VVK.