Olympische Winterspiele in Klingenthal?

Olympisches Feuer in Sachsen? Der Funke dafür kommt aus Altenberg, die Idee von den Freien Wählern. Ob die zündet, muss sich noch zeigen.

Altenberg/Dresden/Klingenthal - Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) will die Olympischen Winterspiele 2026 nach Sachsen holen. Er werde die Idee am Donnerstag Innenminister Markus Ulbig (CDU) vorstellen, teilten die Freien Wähler am Dienstag in Dresden mit. Der Deutsche Olympische Sportbund wurde telefonisch über die Pläne informiert, hieß es.

"Wir haben tolle Voraussetzungen im nordischen Bereich mit den Anlagen in Oberwiesenthal und Klingenthal, Eissportarten können unter anderen in Chemnitz und Dresden abgesichert werden, auf der Rennschlitten- und Bobbahn in Altenberg wurden in den letzten Jahren bereits 12 Weltmeisterschaften und mehr als 50 Weltcupveranstaltungen durchgeführt. FIS-Strecken gibt es heute schon bei Altenberg, so dass sich die Investitionen auch in Grenzen halten sollten. "Es geht ja auch darum, dass wir diese Herausforderung auch finanziell stemmen können", sagte der ehemalige Biathlet Kirsten.

Er verwies auf Erfahrungen Sachsens mit Olympiabewerbungen. "Die Bewerbung mit der Leitstadt Leipzig für die Sommerspiele 2012 hatte bereits zwei Stufen erfolgreich genommen. Wir Sachsen haben gute Argumente, wir können das." Der Vize-Vorsitzende der Freien Wähler in Sachsen, Steffen Große, erklärte: "Wir wollen mit den Winterspielen auch neue Impulse für Sachsen setzen. Wir wollen das Verkehrsnetz erheblich verbessern, die Wirtschaft ankurbeln und den Tourismus ausbauen. Alle Investitionen wirken weit über die Olympiabewerbung hinaus. Es geht um einen neuen Schwung für den Freistaat Sachsen."

Mit den Bürgermeistern und Landräten der geeigneten Städte und Regionen sei nach Aussage von Große bereits im Vorfeld gesprochen worden. "Auch Landrat Dr. Tassilo Lenk weiß Bescheid und ist begeistert", meint Große und fügt hinzu: "Wir haben uns nicht vorstellen können, dass in Bayern die Olympische Winterspiele 2022 abgelehnt werden. Doch so können wir uns als Sachsen für 2026 bewerben. Bayern hat uns die Türe geöffnet." Nach Vorstellungen der Freien Wähler könnte das benachbarte Tschechien für die alpinen Wettbewerbe in die Bewerbung einbezogen werden. "Gemeinsam mit Tschechien können wir das gesamte Programm auf hohem sportlichen Niveau absichern", so Kirsten.

Sachsen sei ein erfolgreiches Sportland. Vor allem in Wintersportarten liege man im deutschen Vergleich mit Bayern und Thüringen vorn. "Und wir haben Sportstätten, die internationalen Anforderungen genügen - und eine große Euphorie für den Wintersport und den olympischen Gedanken", so Große. Leitstadt für die Bewerbungsbroschüre soll Dresden werden. M. T.