Olga lässt Kinderaugen strahlen

Totenvogel, Hexenbote oder Glücksbringer - Eulen wird so einiges angedichtet. Kein Zweifel besteht daran, dass die geschickten Jäger faszinierende Tiere sind. Falkner Hans- Peter Herrmann lud am Samstag mit seinem Team unter Corona-Auflagen zur ersten Nacht der Eulen ein.

Plauen Wie ein Lauffeuer hatte es sich herumgesprochen, dass in der Falknerei Herrmann am Reißiger Gewerbering die Lichterketten angehen. Besucher reisten zwischen 14 und 19 Uhr aus der gesamten Region an. Melissa Kruppa aus Wilkau-Haßlau schlenderte mit ihrer Familie zwischen den beleuchteten Verkaufsbuden und den Volieren der Greifvögel. Als sich Falkner Hans-Peter Herrmann mit dem sibirischen Uhu-Weibchen "Olga" auf dem Arm unter die Gäste mischte, wurden die Augen von Sohn Paul immer größer. Der Achtjährige erlebte den imposanten Vogel mit den orangeroten Augen und den charakteristischen Federohren schon einmal im September dieses Jahres bei einer Flugschau. "Das war an meinem Geburtstag", verriet der aufgeweckte Knirps. Auch ohne Flugvorführung - sie wurde unter Corona-Bedingungen nicht genehmigt - freute sich Papa Felix riesig darüber, dass sein Sohn, der sich für Raubvögel und Dinos interessiert, an diesem Tag etwas Besonderes erleben durfte. "Echt toll, dass es trotz der Umstände mit der Eulennacht noch geklappt hat."


Die Gastgeber ließen sich einiges einfallen. Bei mystischer Musik loderten im Gelände verteilt Feuerschalen und Schwedenfeuer. An den in warmes Licht getauchten Buden waren Punsch und Waffelgebäck gefragt. Wer wollte, konnte sich gleich seinen Weihnachtsbaum mit nach Hause nehmen. Der Verkauf wurde im Eingangsbereich der Falknerei eingerichtet. Dort standen auch die Grillmeister mächtig unter Dampf.


Im Schein der Lichterketten erklärte Vogtlands bekanntester Vogelversteher woher das Sprichwort Eulen nach Athen tragen herrührt und warum Steinkäuze in früheren Zeiten an Stadttore genagelt wurden.


Ella Schiller hörte gebannt zu. Den Plauener Falkner schätz die Zwickauerin wegen seiner speziellen Art, die Dinge rüberzubringen. "Er hat viel Witz und Charme." Mit Mutter Nadine war sie in diesem Jahr schon öfters hier und weiß auch wie es hinter den Kulissen zugeht. "Das gesamte Team ist wie eine große Familie." Gern würde sie eine Vogel-Patenschaft übernehmen. Am liebsten für "Olga". "Das ist mein Lieblingsvogel." An diesem Abend schaute die Stammbesucherin auch bei Schnee-Eulenzuchtpaar "Finn & Feya", Kanada-Uhu "Jackson" und vielen anderen gefiederten Jägern vorbei.


Während die letzten Besucher den Heimweg antraten, machte der Chefkoordinator einen zufriedenen Eindruck. "Die Idee für die Eulennacht als besonderes Highlight außerhalb der Saison hatte ich schon im Sommer." Nun hofft der 39-jährige, dass auch die weiteren geplanten Veranstaltungen stattfinden können. So soll es schon nächsten Samstag an gleicher Stelle von 14 bis 19 Uhr erneut eine Nacht der Eulen geben.
Weitere Termine vor Weihnachten: 11. und 18. Dezember. tv


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