Olaf Schubert will die Welt retten

Olaf Schubert und die Rockys, genauer die drei Musketiere gastierten in freier Luft vor der Festhalle Plauen und spielten sich sofort in die Herzen des sich fast ständig Bauch haltenden Publikums.

Plauen - Was für ein schöner Abend, dachten sich die vielen, den glutroten Himmel hinter der Open Air Bühne fotografierenden Besucher der tempo- und wortreichen Heldenstory der vier Musketiere (inklusive Olaf Schubert alias D'Artagnan). Die Dresdner Truppe von Schubert und den Rockys lieferten eben diesen etwa 1000 Zuschauern dann eine Heldenschmonzette der besonders unernsten Art. Der Vorhang öffnete sich, die Szenerie der königliche Hof zu Paris wurde sichtbar und die Geschichte nahm ihren albernen Lauf...

Starhumorist Olaf Schubert und seine Freunde verballhornten den historischen Stoff um D'Artagnan und seine ehrbaren Herren aus dem französischen Adel. Gnadenlos, köstlich, sächsisch. Und zwischendurch mit Musik, gar live gespielt mit echten Instrumenten und einem fetzigen elektronischen Schlagzeug. Der kräftig gebaute Klaus Weichelt gab den König Artus, dessen Tochter Jaqueline (sächsisch Schakeliene) D'Artagnan ehelichen wollte und Stadtausrufer Tim Schreiber (der Frontmann der Band Dekadance aus DD) sowie die anderen begabten Anfänger der Schauspielkunst zeigten, wie sehr es Laune macht, nach Herzenslust auf der Bühne herumzualbern.

Die Frage an Olaf Schubert was das Ensemble mit dem Stück bezwecke, beantwortete der geborene Plauener salopp: "Es geht schlicht darum, die Welt zu retten!" Seit fünf Jahren toure man durch den deutschsprachigen Raum und erfreue die Fangemeinde.

Die Erkenntnis des Stückes: Helden sind rar geworden - und richtige Helden noch rarer. Die Geschichte ist einfach. D'Artagnan (Olaf Schubert) ist verliebt. Und er unternimmt, um Jaquie zu bekommen, die schwere Suche nach dem heiligen Gral. Um den finden zu können, braucht er zwölf Helden, die er schließlich mit des Musketieren Hilfe via New York, einem langen, nicht Gewinn bringendem Dialog mit Ersatz Gojko Mitic Winnetou auf übergroßem Pferde und dem folgenden Casting nummerisch doch zusammenbringt.

Zum guten Finale hin wird gar Superman mit ins Boot genommen und Rocky, der Boxer, um die "Viiehische Iiesche" (gemeint ist Jaqueline) auch und trotz der Ignoranz des MDR, dem schlechten Sternquell, einer dicken Taube, die ein Plüschpinguin ist und allerhand anderer Widrigkeiten in den Armen Olaf D'Artagnan weich landen zu lassen. Nur ein kleiner Misston klingt an dem flockig leichten Abend zum Lachen und Entspannen auf: Zwischendurch beschwert sich Stadtschreiber Tim, weil dessen Doppelrolle ein Scheiß´ sei und nur einfach statt doppelt bezahlt.