Ohne Test kein Haarschnitt

Ab Montag öffnen die Frisöre wieder. Frisiert wird aber nur, wer einen negativen Corona-Test vorlegt, der nicht älter als 48 ist. Einen Test müssen auch Fußpfleger von ihren Kunden verlangen, Musikpädagogen von ihren Musikschülern und Fahrlehrer von Fahrschülern.

Plauen/Falkenstein Gemunkelt wurde es schon am Donnerstag, am Freitagnachmittag ließ Landrat Rolf Keil mit der neuen Allgemeinverfügung die Katze aus dem Sack. Die Testpflicht für Frisör- und Fußpflegekunden sind die Antwort auf die hohen Inzidenzzahlen, die am Freitag auf 212,4 angestiegen war. "Mein Kreislauf spielt verrück", sagt des Vogtlands Friseur-Innungsmeisterin Korinna Ernst. Die Telefone laufen heiß, die ersten Kunden, die am Montag sich die Haare hätten schön machen lassen, sagen ab. Viele ältere Kunden, die nicht motorisiert seien, sagten, dass sie den Test nicht bringen können, weil sie keiner zum Testzentrum fährt. Das sei in Orten, wie Treuen oder Hammerbrücke der Fall, wo es keine Testzentren gebe, hat die Innungschefin von anderen Salons vernommen. Prinzipiell begrüßt Korinna Ernst die Testpflicht für Kunden, denn auch die Dienstleister müssen einen Negativtest einmal pro Woche erbringen. Sicherheit und Gesundheit seien wichtig, so Ernst. Nur: "Freitag so was beschließen und Montag in Kraft treten - das geht nicht", sagt Ernst verärgert. Eine Testpflicht ab 8. März einzuführen, das wäre fair gewesen. Praktikabel wäre, wenn Frisöre ihre Kunden, bevor sie auf dem Frisörstuhl platz nehmen, selbst testen könnten. Das würde den Kunden den Gang zum Testzentrum ersparen.


Wie Korinna Ernst arbeitet auch die Plauener Kosmetikerin Denise Stöcker telefonisch die Liste derer ab, die am Montag Termin haben. "Ich streiche jeden dritten Termin raus. Ein Drittel Absagen", sagt Stöcker, die in ihrem Kosmetik-Gewölbe ab Montag wieder Fußpflege anbieten darf, resigniert. Fußpflege sei ohnehin nur ein Fünftel ihres Angebotes: Wegen Corona darf sie keine Massagen und kein Wellness anbieten, keine Wimpern zupfen. Am Telefon hat Denise Stöcker von ihren Kunden Reaktionen wie "Also testen lass ich mich nicht" und "So nötig ist es auch nicht" gehört. Von der Testpflicht der Kunden hat Freitagmittag Barber Ringo Bach noch nichts gehört. Seinen Plauener Barbershop macht er flott für die zwölf Herren, die sich am Montag von ihm die langen Hippiefransen schneiden und Bärte stutzen lassen. Männer, die eine trendige Razor-Fade-Frisur tragen - Seiten und Hinterkopf sehr kurz - müssten eigentlich alle vier Wochen unters Messer des Fachmanns. "Einen Zentimeter wächst das Haar pro Monat, und viele Bärte haben es auch dringend nötig", so der Barber.