Ohne Spee und Persil

"Back to your roots!" ("Zurück zu deinen Wurzeln") ist das Motto für eine zehnteilige Doku-Serie "SommerCamp", die gerade in Stelzen im Thüringer Vogtland im Auftrag des MDR gedreht wurde. Dabei erlebten 18 Kinder drei Wochen Abenteuerferien und lernten die Natur und ihre eigenen Stärken kennen. Gedreht wurde in der Wagenburg, die Thomas Hohl betreibt, das "Umweltwiesel" aus Kornbach bei Mühltroff. Der 54-jährige Grünen-Politiker ist Lehrer an der Waldorfschule in Hof. Der Vogtland-Anzeiger sprach mit Hohl.

Herr Hohl, mit welchen Kindern wurde in der "Wieselburg" gedreht?
Die 18 Kinder im Alter von 8 bis 12 waren gecastet worden und kamen aus Leipzig und Jena, aus Zwickau und Berlin.

Was haben die Kinder in den drei Wochen erlebt?

Dort, wo sich Hase und Fuchs "Gute Nacht" sagen, konnten sie drei Wochen lang Natur pur genießen - ohne Smartphone und Suchmaschine, dafür mit Profis an ihrer Seite, Profis in puncto Kräuterkunde, Angeln oder Upcyling-Bauen, also der Wiederverwertung scheinbar nutzloser (Abfall)Stoffe. Übernachtet wurde in einem Tipi und in mehreren Bauwagen. Jeden Tag gab es Aufgaben wie Kartoffelsuppe mit Wiesenkräutern kochen und angeln, außerdem haben die Kids einen alten Bauwagen komplett ausgebaut. Auch die Wäsche haben sie selbst gewaschen - ohne Spee und Persil. Für Spaß und Aufregung sorgten eine Nachtwanderung und ein Badewannenrennen.

Wie lange wurde gedreht?
Vom 28. Juli bis 16. August, aber täglich höchstens vier Stunden - zwei vormittags, zwei nachmittags.

Gab es ein Drehbuch für das SommerCamp, das ja eine Doku über Sommerferienkinder samt Wissensvermittlung ist?
Etwa ein Jahr haben die Regisseurin und ich Ideen gesammelt. Dennoch hat sich mindestens die Hälfte der Drehzeit spontan ergeben. Keiner konnte zum Beispiel mit der Wespenplage rechnen, die wir erstmals erlebt haben.

Wann soll das SommerCamp ausgestrahlt werden?

Im Juli 2020 im Kika, dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Jeder der zehn Teile soll 30 Minuten dauern.

Wie viele Leute sind eigentlich erforderlich, um solch eine Serie Dreh zu realisieren?
Das Drehteam bestand aus 15 Mann, manchmal liefen vier Kameras gleichzeitig. Ein großes Dankeschön geht auch an meine Mädels aus der zehnten Klasse, in der ich Klassenlehrer bin: Sie haben hinter den Kulissen für das Frühstück gesorgt und viele Dinge geregelt, die später nicht mehr zu sehen sind, ohne die es aber nicht geht. Auch mein Sohn, er ist Schreiner, hat geholfen. Dank zudem an Dennree für die Lieferung von Lebensmitteln und die Güterverwaltung Nicolaus Schmidt AG Rothenacker für das Sponsern eines alten Bauwagens. ufa