"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum"

Für einen glanzvollen Höhepunkt der 18. Chursächsischen Winterträume sorgte das Konzert "Meisterwerke für Trompete und Orgel" in der St. Trinitatiskirche.

Von Steffen Adler

Bad Elster - Die festlichen Klänge mit dem renommierten "König der Trompete" Ludwig Güttler lockten rund 400 Zuschauer in das Gotteshaus. Im Programmheft mit großen Buchstaben waren die Worte "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" von Friedrich Nietzsche zu lesen und die erwiesen sich angesichts der himmlischen Klangfarben als überaus passend.
Gemeinsam präsentierten die großartigen Künstler Ludwig Güttler (Trompete und Corno da caccia), Thomas Irmen (Trompete und Corno da caccia) sowie der Konzertorganist Friedrich Kircheis (Orgel) Werke von Bach, Händel, Buxtehude, Purcell, Loeillet, Vejvanovski und Heinichen.
Als ersten musikalischen Höhepunkt ließ Ludwig Güttler die "Sonata c-moll für Trompete und Orgel" von Jean Baptiste Loeillet erklingen und ebenso meisterhaft interpretierte Thomas Irmen, Solotrompeter der Philharmonie Chemnitz und Mitglied des "Blechbläserensembles Ludwig Güttler" die "Suite in B-dur für Trompete und Orgel" von Pavel Josef Vejvanovský.
Für ein virtuoses Klangerlebnis sorgten beide außerdem unter anderen mit dem Konzert für zwei Corni da caccia und Orgel von Johann David Heinichen. Ebenso erfreuten die Choralvorspiele für Corni da caccia und Orgel "Wie schön Wie schön leuchtet der Morgenstern" von Gottfried A. Homilius und das immer wieder berührende "Was Gott tut, das ist wohlgetan" von Johann Sebastian Bach.
Güttler zählt als Solist auf Trompete und Corno da caccia zu den erfolgreichsten Virtuosen der Gegenwart. Er hat auch an der Neuentwicklung des Corno da caccia maßgeblich mitgewirkt. Besonderes Interesse widmet Güttler, der als Solist und Dirigent sowohl im In- und Ausland begeistert, der Wiederbelebung der sächsischen Hofmusik des 18.Jahrhunderts. Seinen langjährigen Forschungen ist es zu verdanken, dass die Konzertliteratur durch zahlreiche vergessene oder bisher unbekannte Werke dieser Epoche reicher wurde. Außerdem gründete er 1976 das "Leipziger Bach-Collegium" und 1978 das "Blechbläserensemble Ludwig Güttler" sowie 1985 das Kammerorchester "Virtuosi Saxoniae", deren Leiter und Solist er ist. Für seine großartigen Leistungen wurde Güttler mehrfach ausgezeichnet.
Thomas Irmen begann bereits mit neun Jahren Trompete zu spielen und studierte an der Folkwang-Hoch schule Essen und an der Hochschule Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. 1994 erhielt er ein Engagement als Solo-Trompeter der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, ist seit 1996 Mitglied des "Blechbläserensemble Ludwig Güttler" und außerdem Gründer des Ensembles Brass Consort Chemnitz/Düsseldorf.
Begleitet wurden die Solisten von dem exzellenten Organisten Kantor Friedrich Kircheis, welcher zudem mit dem Konzert für Orgel F-Dur op. 4/5 von Georg Friedrich Händel und dem Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 für Orgel von Johann Sebastian Bach für stimmungsvolle Dynamik sorgte. Friedrich Kircheis übernahm bereits als Schüler eine erste Kantorenstelle. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik in Leipzig war er als Kirchenmusiker, Chordirektor und Orgelsolist tätig. Seit 1971 ist er Kantor und Organist an der Diakonissenhauskirche Dresden. Besonders widmete er sich von 1975 bis 1982 der kammermusikalischen Arbeit als Cembalist und Organist bei den Dresdner Kammersolisten.
Kircheis war 1972 Preisträger beim IV. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb in Leipzig. Das facettenreiche Konzert in der St. Trinitatiskirche klang abschließend mit dem "Konzert D-Dur für zwei Trompeten und Orgel" von Henry Purcell aus und wurde mit großem Applaus gewürdigt.