Oelsnitzer Stadtmarketing mit mehr Engagement

Mit 9659 gelösten Tickets konnte Schloss Voigtsberg 2011 die Besucherzahlen der musealen Einrichtungen von 2010 "in etwa halten", informierte Daniel Petri, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Tourismus GmbH zum Pressegespräch am Mittwoch.

Das erste Jahr als Chef hat er hinter sich und sein Ziel von 10 000 Besuchern nur knapp verfehlt. Bei Tourismus und Kultur steht das Schloss der Vögte und Wettiner im Mittelpunkt, hieß es in Rückschau und Ausblick auf die Arbeit der städtischen Gesellschaft. Mit den Teilnehmern von Veranstaltungen wie Festival Mitte Europa oder Projekttage des Gymnasiums zählt Petri rund 16 500 Schlossgäste.

Das im Vorjahr neu eröffnete Mineraliengewölbe hatte mit 3672 Besuchern voll eingeschlagen. Zusammen mit den Teilnehmern von Führungen kamen annähernd 3700 Leute ins Teppichmuseum. 2011 gab es neue Veranstaltungsangebote wie die Voigtsberger Sagennacht, die Reihe der Sommerkonzerte oder das "Silvesterguggn" - die nach guter Resonanz weitergeführt werden sollen. Zehn Gruppenbusse machten auf dem Schlossberg Station. Hier kam es zu einer Zusammenarbeit mit den Halbmond-Teppichwerken. Der Ausbau des Tourismus habe 2012 Priorität, sagte Petri.

Um Zielgruppen wie Kinder, Jugendliche und junge Familien anzusprechen will Petri eine Veranstaltungsreihe "Kino im Teppichmuseum" etablieren. Vier Sonderaustellungen hat der Stadtmarketing-Chef geplant: Malerei von Siegfried Otto Hüttengrund (12. Februar bis 6. Mai), Malerei und Fotografie von Simone Rethel-Heesters (20. Mai bis 26. August) mit Lesung am 19. Mai, Arbeiten von Peter Luban (9. September bis 4. November) und die 10. Jahresausstellung der Künstlergruppe expo(n)art. Für die Frau des verstorbenen Johannes Heesters sei Oelsnitz dieses Jahr der einzige Ausstellungsort. An Bewährtem wie dem Historischen Schlossfest und der Weihnachtsausstellung hält die Stadtmarketing GmbH fest. Ansturm besonderer Art wird am 12. Mai erwartet: 150 Leute zum Ärztekongress und vier Paare, die im Fürstensaal den Bund fürs Leben schließen wollen.

Vize-Bürgermeister Mario Horn sieht das Jahr 2011 als Erfolg für die Stadtmarketing GmbH unter der neuen Führung. "Es wurde mehr Herzblut, Fleiß und Engagement investiert", lobte er. Aber es gebe noch Luft nach oben - "es muss mehr Leben in die Bude", meinte er. Horn wagte bereits den Blick über das Jahr hinaus. Am 20. August 2013 soll in der Kernburg das Museum der Illustrationskunst eröffnet werden. Es ist der 77. Geburtstag von Regine Heinecke, auf deren Lebenswerk das neue Museum gründet. Eine Baustelle - nach dem Auszug des "Kurfürsten" - sei die Gastronomie auf dem Schloss, die neu ausgeschrieben wird. Lob hatte Horn auch für die Vorbereitung des Oster- und Herbstmarktes 2011 durch Petri und sein Team. Auch hier gebe es eine Steigerung der Qualität. Das märchenhafte Profil des Weihnachtsmarktes will der Stadtmarketing-Chef noch stärken.

In der Katharinenkirche, dem städtischen Kultur- und Kommunikationszentrum, das zusammen mit der Jakobigemeinde und als Vermietungsobjekt genutzt wird, will die GmbH nur noch solche Veranstaltungen organisieren, die sich tragen. "Wir haben keine Mittel für eine Elitärkultur", erklärte Petri. Zu der Kirche mit ihren 150 Plätzen, die 2007 eine aufwändige Sanierung erfuhr, entspann sich eine Diskussion, ob die Mittel von der Stadt nicht besser in eine moderne Veranstaltungsstätte für rund 500 Leute investiert worden wären. Petri hob die einmalige Atmospäre des Hauses hervor. Besonders gut besucht waren dort 2011 Veranstaltungen der Schulen und das Irish-Folk-Konzert.