Oelsnitzer sparen wie die Weltmeister

Einnahmen und Ausgaben des Oelsnitzer Verwaltungshaushalts von je 12, 9 Millionen Euro liegen unter dem anteiligen Jahressoll von 66,66 Prozent, berichtete Kämmerin Renate Degenkolb zur Stadtratssitzung.

Bei der Einkommenssteuer seien 62,5 Prozent geflossen - 799 300 Euro. Im Plan stehen rund 1,3 Millionen Euro. Doch bis zum Jahresende sei infolge noch ausstehender zwei Raten mit voller Planerfüllung zu rechnen. Bei den Ausgaben tragen zur Untererfüllung die noch ausstehende Zusatzvergütung bei den Personalkosten sowie Unterhaltungskosten für Grundstücke und bauliche Anlagen bei, weil auf Grund des langen Winters erst später mit der Instandhaltung begonnen werden konnte. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von drei Millionen Euro sind mit 2,18 Millionen Euro realisiert. Das gute Ergebnis kam mit einer Nachzahlung zustande.

 

Laut Jahressteuerbescheide sei der Plan erst mit rund 2,7 Millionen Euro untersetzt. Es fehlen noch etwas über eine Viertelmillion Euro. Falls sich diese Situation nicht noch ändert, müsse in den Verwaltungshaushalt zusätzlich Geld aus der Rücklage fließen, welche damit bis auf einen Mindestbetrag aufgebraucht wäre. Die Rücklage für 2011 beträgt etwa 260 000 Euro. "Wir sparen wie die Weltmeister", meinte die Kämmerin. Doch auch für den Vermögenshaushalt in Einnahmen und Ausgaben von je rund 5,8 Millionen Euro konstatierte sie "ein großes Minus", weil Fördermittel für Maßnahmen erst später fließen. Mehrkosten entstanden für Schloss Voigtsberg durch den Ausbau des Versorgungstraktes der Gaststätte und für das Regenüberlaufbecken im Industriegebiet Johannisberg.

Die Tilgung von Krediten verlaufe planmäßig - außer für das Industriegebiet Taltitz. Von den aufgenommenen 1,75 Millionen sind 750 000 Euro offen bei allerdings niedrigem Zinssatz. Die Kämmerin wartet noch auf den Verkauf der Erweiterungsfläche im IG Johannisberg - rund 400 000 Euro sollen aus Erlös und Erschließungsbeiträgen fließen. Für den Haushalt 2011 erwartet Frau Degenkolb einen höheren Anteil der Gesamtschlüsselzuweisungen des Landes an die Kommunen, weil die Steuerkraft von Oelsnitz gesunken ist.Nur rund 100 000 Euro stehen der Stadt im kommenden Jahr für neue Investitionen zur Verfügung.  R. W.