Oelsnitzer Softwarefirma entwickelt Test-App

Testen, Daten aufs Smartphone lesen - und der Weg wird frei für den Besuch beim Frisör, in der Gaststätte, im Freizeitpark, beim Rockkonzert. Die App schnelltest.click hat die Oelsnitzer Software-Firma Simba n³ GmbH jetzt entwickelt.

Von Cornelia Henze

Wer sich am Dienstag hat testen lassen, wird den großen QR-Code auf dem papierenen Ausdruck des Negativbescheides bemerkt haben. Dieser ist Teil der App, die allerdings noch nicht vom Freistaat zur sachsenweiten Nutzung freigegeben ist. Innerhalb des Sächsischen Landkreistages soll heute die App vorgestellt und darüber entschieden werden, sagt Robert Janetzko, einer der Entwickler der App.

Zur Videoschalte am Dienstagabend mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat Simba n³-Geschäftsführer Matthes Nagel die Neuheit vorgestellt. Die App sollte sich unkompliziert von jeden Dienstleister herunterladen lassen. So kann beispielsweise der Frisör mit seinem Smartphone den Barcode des Kunden scannen. Er erhält damit Infos zu Ort des Testzentrums, Zeit des Tests sowie Daten, die auf der Krankenkassen-Chipkarte, gespeichert sind - Name und Anschrift. Der Zweck: Der digitale Datenabruf sei sicherer als der auf Papier dargebrachte Negativ-Beweis. Er verhindere, dass Daten gefälscht werden, beispielsweise, um die Gültigkeit der Tests zeitlich zu verschieben oder den Negativtest einer anderen Person zu verwenden. Aber sind persönliche digitale Daten auf dem Smartphon auch geschützt vor fremdem Zugriff? Die Software-Spezialisten von Simba versichern, dass jegliche Daten offline auf den Geräten der jeweiligen Dienstleister verbleiben. Dieser muss die Daten allerdings 30 Tage aus Gründen der Nachverfolgung aufbewahren - so, wie es Gastwirte und Frisöre schon im Sommer 2020 handhaben mussten. Die vogtländischen Software-Entwickler hoffen, dass die App das Zeug hat, in ganz Sachsen einheitlich eingeführt zu werden. Datenrechtlich müsste sie dennoch auf den Prüfstand. Auch anderswo, wie in der sächsischen Kommune Augustusburg, gibt es ähnliche App-Entwicklungen, die Daten von negativ Getesteten verifizieren, um vom Lockdown ins normalere Leben zurück zu gelangen.


Die App ist die zweite Entwicklung, die Simba n³ in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt und dem die Testzentren aufbauenden Rettungszweckverband Südwestsachsen an den Start zu bringen beabsichtigt. Erfolgreich läuft seit Anfang Februar die von Simba entwickelte Software. Das ist ein Schnelltesttool, an das im Moment alle vom Rettungszweckverband aufgebauten Testzentren datenmäßig miteinander verbunden sind. Ziel sei, auch die kleinen zertifizierten Testzentren in Pflegeheimen oder Betrieben digital zu vernetzen. Insgesamt gibt es an die 280 Stellen. Bisher wurden positive Corona-Testergebnisse via Fax und Mail an Gesundheitsamt und Abrechnungspartner weitergeleitet. Einen schnellen, einheitlichen Datentransfer soll die Software nun leisten. Cornelia Henze