Oelsnitzer "Katharina" schon geröntgt

Das 176 mal 112 Zentimeter große Gemälde, Öl auf Leinwand, das Edel Tizian zuschreibt, befand sich demnach seit dem 19. Jahrhundert im Besitz des englischen Adligen Charles Butler of Warren Wood in Newport (Essex) und war "seit 1964 (in) rheinischem Privatbesitz". Bei der feierlichen Übergabe des Porträts Ende April hatten Edmund und Ursula Meiser 1964 als das Jahr genannt, seit dem das Bild in ihrem Besitz ist.

Edler benennt eine Ausstellung der London Royal Academy, die "Winter Exhibition 1885", in der das Katharina-Bildnis unter der Nummer 166 als Werk des Malers Paris Bordone (1500 bis 1570) geführt wurde. Bordone war ein Schüler Tizians und seit 1538 Maler am Hof von König Franz I. von Frankreich. Er gehört zu den hervorragenden Meistern der venezianischen Schule, gerühmt vor allem wegen der Kolorierung seiner Porträts.

Edler führt zahlreiche historische Belege an für die Autorschaft Tizians an dem Porträt der Katharina. Der Maler sei zweimal beauftragt worden, die Erzherzogin zu porträtieren, das erste Mal 1548 von Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Augsburg. Für einen Auftrag durch Herzog Francesco Gonzaga, der seit 1543 mit der Habsburger Prinzessin verlobt war, sprächen weitere Indizien. Der gleiche Chihuahua-Hund wie auf dem Porträt der Katharina finde sich - als Zeichen der Treue - auf dem Tizian-Porträt der Eleonore Gonzaga.

Edel verweist auf die "naturwissenschaftliche Untersuchung" des Katharina-Bildnisses im Infrarotlicht und mit Röntgenstrahlen. "Der Gesamteindruck der Röntgenaufnahme des Kopfes ist direkt vergleichbar mit dem Röntgenbild des Tizian-Porträts des Benedetto Varchi", heißt es in der Werkbeschreibung.