Oelsnitzer Abwasser geht den Bach runter

Eine neue Bürgerinitiative hat sich in der Schönecker Straße in Oelsnitz gebildet. Die Anwohner hatten im November 2008 vom ZWAV die Mitteilung erhalten, dass ihre Grundstücke nicht an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen werden. Die Nachricht löste Protest bei den Bürgern aus.

Zur Wahrung ihrer Interessen gründete die Bürgerschaft Anfang September 2009 ein Aktionsbündnis - die Bürgerinitiative (BI) Abwasser Schönecker Straße. Als Sprecher gewählt wurden Steffi Enke, Eric Paulus, Eberhard Wunderlich, Jürgen Geigenmüller und Dietrich Wöllner. Ausgesprochen schwierig gestaltet sich die Versickerung auf den Grundstücken an der Schönecker Straße aufgrund des felsigen Bodens. Wohin mit der vollbiologischen Kleinkläranlage? Diese Frage stellt sich zudem auf manchem eng bemessenem Grundstück.

 Die Anwohner sind deshalb mit dem Vorhaben der dezentralen Abwasserbehandlung nicht einverstanden. Enttäuschung wurde laut, weil die Stadtverwaltung nicht vorab über den Sachverhalt informierte. An Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius, die in der Verbandsversammlung des ZWAV sitzt, erging ein Schreiben mit der Bitte, auf eine Korrektur der Entscheidung hinzuarbeiten. Die Anwohner forderten zeitnah eine Einwohnerversammlung.   Das sei auch wegen weiterer drängender Probleme notwendig. Die Trinkwasserversorgung in der Schönecker Straße erfolgt durch Asbestrohre - Asbest ist ein stark gesundheitsgefährdender Stoff. In der Energiezuführung über das veraltete Freileitungssystem sehen die Anwohner Gefahr für Menschen und Gebäude. Hier hinke die Entwicklung der Infrastruktur inm Randgebiet den ehrgeizigen Umbauten im Stadtzentrum hinterher.

  Im Oelsnitzer Rathaus nahm sich Stadtbaumeisterin Karin Schuberth des Schreibens an. Beim ZWAV werde inzwischen eine Grobvorplanung eines zentralen Abwasservorhabens für die Schönecker Straße erarbeitet. Der Fördermitteltopf allerdings sei ausgeschöpft. Mit Abschluss der Vorplanung sollen die Bürger einen Vordruck mit einer Willensbekundung erhalten, die einen Kostenvoranschlag für das Abwasserprojekt enthält. Ermittelt würden die Kosten für jeden Anlieger einzeln. Die Willensbekundung müsse dann im Bauamt abgegeben werden. Gebaut werden könne aber nur, wenn alle Bürger mit der Kostenübernahme einverstanden sind, so Schuberth. "Das Problem der Asbest-Trinkwasserrohre soll in der Beplanung mit betrachtet werden", ergänzte sie.

Von den Oelsnitzer Stadtwerken begutachtet worden sei inzwischen das Freileitungssystem in der Schönecker Straße. Dieses sei bis Haus 96 "in einem tadellosen Zustand", habe die Abteilung Stromversorgung gefaxt. Lediglich auf der Strecke bis zum Schießstand habe man Mängel festgestellt. Dort wurden die Leitungen freigeschnitten. Die Erneuerung der Leitungen in diesem Bereich von Nummer 96 bis 106 werde in den Investitionsplan der Stadtwerke für 2010 aufgenommen. Unmittelbare Gefahr für Menschen und Gebäude bestehe aber nicht.  Zur geforderten Bürgerversammlung will die Stadtbaumeisterin in der zweiten Januarhälfte - nach Vorlage der Planungsergebnisse und Willensbekundungen - einladen.  R.W.