Oelsnitz: Sprachzentrum als Symbol gelebter Partnerschaft

Eiskalt zum Baustart vor zwei Jahren, höllisch heiß zur Eröffnung empfängt das Deutsch-Tschechische Sprach- und Kommunikationszentrum am Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz die Besucher.

Oelsnitz - Am Donnerstag blies Mosen's Brass Band den "Final Countdown" an der Lutherstraße Oelsnitz. Die ersten Schüler büffelten Tschechisch im modernen Sprachlabor, während Musiker und Gäste draußen unter Säulen und im Rund des Theatrums schwitzten. Schulleiter Frank-Rainer Richter enthüllt mit seinem Amtskollegen Jaroslav Kocvara aus Cheb das Namensschild in der neuen Eingangshalle. Ah und Oh ertönen beim Anblick des großen Theatersaals mit Flügel und moderner Bühnentechnik.

Landrat Dr. Tassilo Lenk sieht das einzige Gymnasium in Trägerschaft des Vogtlandkreises mitten im Prozess der europäischen Integration. Die neuen Möglichkeiten zur Entwicklung der Sprach- und Sozialkompetenz bieten die Chance zum Einstieg in den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, der in spätestens 20 Jahren Realität sei. Alt-Schulleiter Helmut Schwab und Fördervereinsvorsitzender Eckardt Scharf lobt Lenk als die "Visionäre" der gemeinsamen Lebenswirklichkeit, ohne sie wäre das Projekt nicht gelungen. Am Gymnasium Cheb, mit dem ein Partnerschaftsvertrag besteht, wurde das Sprach- und Kommunikationszentrum im vergangenen Jahr eröffnet.

Rund zwei Millionen Euro hat der Landkreis beim Umbau der 110 Jahre alten Schulturnhalle investiert, 1,6 Millionen Euro kamen aus EU-Fördermitteln. Die Eigenmittel teilten sich Kreis und Stadt Oelsnitz. "Jeder Euro fällt auf fruchtbaren Boden", ist Arndt Schubert von der Sächsischen Bildungsagentur Zwickau überzeugt. Die Abkürzung JMG stehe außer für den Namen für "jung, modern und genial". Schubert würdigt neben der sprachlichen die lange musische Tradition des Oelsnitzer Gymnasiums und seine Vielseitigkeit.

Die 40 Jahre alte Gemeinschaft der Gymnasien von Cheb und Oelsnitz sei eine "Partnerschaft, die wirklich gelebt wird". Bei der Entwicklung von Sprachkompetenz bezog Schuberth die Oelsnitzer Mittelschule ein, "die ab 1. August Oberschule heißt". Das Sprach- und Kommunikationszentrum soll für beide Schulen nicht nur ein Ort des Lernens sondern der vielfältigen kulturellen Betätigung sein. R.W.