Oelsnitz: Sonnenstrom für unterwegs

Der Name InoReTex steht für innovativ regenerativ sowie textil und ist ein überregional tätiges Netzwerk bestehend aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Berlin, Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg. Die Firma Luvo-Impex GmbH aus Oelsnitz bildet hierbei das Herz des Netzwerkes.

Ziel der gemeinsamen Netzwerkarbeit ist die Entwicklung innovativer Produkte und Produktideen wie beispielsweise die Photovoltaik-Anlage für Caravans und Ferienmobile. Kern der auf dem Fahrzeugdach angebrachten Innovation: PV-Dünnschichtmodule auf Leichtbauplatten aus 3D-Abstandstextilien. In Parkposition weit über das Fahrzeugdach hinaus ausgeklappt, liefern sie gut eine Kilowattstunde Zusatzenergie.

Der Nachrüstsatz in unterschiedlichen Baugrößen soll 2013 auf den Markt kommen und empfiehlt sich auch für Baustellen- beziehungsweise Spezialcontainer zum Beispiel von technischen Hilfsdiensten im Auslandseinsatz. Das schutzrechtlich verankerte Auf-Dach-System aus mehreren je 0,6 Quadratmeter großen Modulen wird im Stand über den Rand des Fahrzeugdachs hinaus entfaltet. Je nach Wohnmobil verdoppelt bzw. verdreifacht sich damit die für die Solarstromproduktion notwendige Dachgröße.

Die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Lösung des Innovationsnetzwerks InoReTex sichert eine Stromausbeute bis 1,2 Kilowattstunden Tagesleistung. Laut Netzwerkmanagerin Steffi Volland (Oelsnitz) garantiert die Energiemenge die autarke Selbstversorgung - von einer stets kraftvollen Startbatterie bis hin zum Betrieb sämtlicher elektrischer Anwendungen an Bord (letzteres unter Einbeziehung weiterer Batterien als Zwischenspeicher). Über eine zusätzliche Ladestation ließen sich auch Akkus etwa von Elektrofahrrädern "betanken", um den individuellen Mobilitätsradius sonnenbasiert weiter erhöhen zu können.

Wohnmobil-Besitzer Heinz Mayer aus Bad Rappenau hatte kürzlich als erster das rund 230 Kilogramm schwere Zusatzequipment - die sechs Solarmodule wiegen insgesamt 60 Kilogramm; die beiden Zusatzbatterien und die Umspanntechnik (12 auf 230 Volt) insgesamt 170 Kilogramm - ausgiebig getestet. "Die Module sind in wenigen Minuten ausgeklappt und liefern eine Zusatzleistung, die dauerhaft für TV und Kühlschrank ausreichend ist", so sein Fazit nach einer Tour durch Oberfranken.

Ein kompletter Prototyp samt Fahrzeug solle spätestens Anfang kommenden Jahres rollen und die Suche nach einem Partner für die ab kommenden Sommer geplante Serienproduktion erleichtern, erläutert Lutz Ludwig, Chef des gleichnamigen Metallbaubetriebs in Cleebronn (Baden-Württemberg) und künftiger Hersteller des Systems. Die erste Fertigungsversion "Comfort" ziele im Gegensatz zu einer künftig auch robusteren Ausführung für Wanderbaustellen, zur Containerertüchtigung oder für technische Hilfsdienste komplett auf die Erfordernisse von Wohn- und Reisemobilen ab.

Wenn das rollende Ferienhaus nicht genutzt wird, könne das Kleinkraftwerk mit den Abmessungen handelsüblicher Dachboxen einfach abgenommen und etwa auf Carport oder Garage weiterbetrieben werden. Eine gesonderte Genehmigung dieses Systems durch die Zulassungsstelle werde nicht erforderlich, so der Unternehmer.