Oelsnitz: Rocker-Razzia - Hund getötet

Die Großrazzia im Rockermilieu in vier Bundesländern am Dienstag zieht auch eine blutige Spur ins Vogtland. Gegen 4 Uhr morgens stürmten schwarz gekleidete, maskierte Männer eines Sondereinsatzkommandos der Polizei die Wohnung einer jungen Frau und erschießen dabei ihren Boxermischling. Wie das Landeskriminalamt Brandenburg hierzu mitteilt, habe sich das Tier aggressiv verhalten. Ein weiterer in der Wohnung anwesender Hund sei hingegen unbehelligt geblieben. Bestätigt wurde zudem, dass sich in der Wohnung auch zwei Kinder aufgehalten haben. Der verdächtige Lebenspartner wurde nach einer Überprüfung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bei einem Polizeieinsatz am Dienstagmorgen war bereits ein anderer Hund erschossen worden. Der Schäferhund-Mischling sei bei der Stürmung einer Wohnung in Hartmannsdorf bei Chemnitz den Beamten entgegen gesprungen. Mit den Rocker-Ermittlungen habe dieser Einsatz jedoch nichts zu tun gehabt. Das brutale Vorgehen des Einsatzkommandos sorgte für einen Sturm der Entrüstung, zumal die Oelsnitzerin nach eigenen Angaben angeboten hatte, den Hund wegzunehmen.

Zu den Vorgängen in Oelsnitz befragt, reagierte Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder, gelassen. Man stecke mitten in der Auswertung der 50 Spezialeinsätze. "Sollte dabei einer der Beamten im wahrsten Sinne des Wortes übers Ziel hinaus geschossen sein, das Tier zu Unrecht getötet wurde, hat die Frau Anspruch auf Entschädigung," so Scherding. Allerdings müsse sie hierzu Anzeige erstatten. "Am besten bei der Polizei am Wohnort", rät der Oberstaatsanwalt. Dann werde man von dort aus die Unterlagen anfordern, Ermittlungen einleiten und der Fall habe schon mal eine "Nummer".

Ermittelt habe das Einsatzkommando auch in Oelsnitz im Zuge des gemeinschaftlichen versuchten Mordes in zwei Fällen zwischen rivalisierenden Rockergruppen. Ende 2011 wurde hierbei ein 26-Jähriger des Clubs Gremium MC niedergestochen, später bei einem Rachefeldzug ein 16-Jähriger.