Oelsnitz: Fördergeld für Hohen Steg

Die Sperrung des Hohen Stegs über die Weiße Elster schneidet den Fußweg ins Oelsnitzer Zentrum für den Stadtteil "Siedlung" ab. Wie geht es weiter?

Oelsnitz - Die DSU-Fraktion hatte Stadtbaumeisterin Karin Schuberth beauftragt, sich um Finanzierungsmöglichkeiten für den Brückenbau zu kümmern. "Auftrag erfüllt", meldete Frau Schuberth in der Stadtratssitzung am Mittwoch. Sie habe "ein Förderprogramm aufgerissen". Danach kann mit der vorliegende Entwurfplanung eines Ersatzneubaus kurzfristig weiter geplant und ab Frühjahr 2015 gebaut werden. Die geschätzten Kosten liegen bei 585.000 Euro.

Gefördert werde der Brückenbau laut Programm mit 85 Prozent, der Fußwegbau mit 75 Prozent, erklärte Schuberth. Für die Antragstellung sei die wasserrechtliche Genehmigung erforderlich, die vier Monate benötigt - ein erschwerender Zeitfaktor. Die Stadtbaumeisterin schlug vor, die weitere Arbeit am Projekt der Planungsgesellschaft Knüpfer zu übertragen. Das Büro überwacht seit Jahren den Bauzustand des Stegs und war mit der Vorplanung über das Programm "Qualist" beauftragt.

Ulrich Lupart (DSU) gefiel der Vorschlag nicht. "Wir sollten uns beim Planer nicht erpressen lassen. Sauber bleiben", mahnte er. Knüpfer plane bereits den Um- und Neubau der Kita "Sperkennest" und sei an der Sanierung der "Kita am Schloss" beteiligt. Lupart schlug vor, die Planung des Brückenbaus im Sommer auszuschreiben. Sein Antrag erhielt aber nur zwei Ja-Stimmen.

Die Mehrheit der Stadträte schloss sich den Argumenten Schuberths an. Um in diesem Jahr noch ins Förderprogramm zu kommen, herrsche Zeitdruck bei der Antragsstellung. "Wie soll sich ein anderer Planer kurzfristig in das Projekt einarbeiten?", gab die Stadtbaumeisterin zu bedenken.

Mit zwei Enthaltungen beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, den Fördermittelantrag zu stellen und "bei positivem Bescheid" der Planungsgesellschaft Knüpfer die weitere Planung zu übertragen. Die neue Fußgängerbrücke über die Weiße Elster wird gegenüber der jetzigen Konstruktion "aus Kostengründen" wesentlich verkürzt und verbindet nur noch die beiden Ufer. Statt des Stegs durch die Flussaue wird ein Fußweg bis zur Elsterstraße gebaut.

Weiterhin beschloss der Stadtrat einstimmig, die anteiligen Eigenmittel für die Vorbereitungsarbeiten in diesem Jahr von 30.000 Euro als außerplanmäßige Ausgabe freizugeben und 70.000 Euro Eigenmittel für 2015 im aktuellen Haushalt einzusparen. Diese Mittel sollen für den Brückenbau im kommenden Jahr vorgehalten werden. Eingespart werden 30.000 Euro beim allgemeinen Straßenunterhalt, 20.000 Euro in der Ortsplanung und 20 000 Euro beim Dorfgemeinschaftshaus Taltitz.

Die Landestalsperrenverwaltung erhält in den nächsten Tagen Baurecht für die Hochwasserschutzmaßnahme am Jahnteich, informierte abschließend OB Mario Horn. Damit könne noch dieses Jahr mit der Maßnahme begonnen werden. R.W.