Oelsnitz: Einwohner weg - Umbau nötig

Fördermittel beantragt bei der Sächsischen Aufbaubank hat die Stadt Oelsnitz für den "Stadtumbau Ost". Der Stadtrat beschloss am Mittwoch ohne Gegenstimmen das "Stadtentwicklungskonzept für das Gebiet Otto-Riedel-/Adolf-Damaschke-Straße und Raschau".

Oelsnitz - Mit der Aufnahme in das Förderprogramm werden zu je einem Drittel von Bund; Land und aus Eigenmitteln der Kommune getragen. Mit einbezogen in die Beratungen zum Konzept wurden die großen Wohnungsbaugesellschaften Oewog und AWG, berichtete OB Mario Horn. Überalterung, Leerstand, Verfall und den daraus resultierenden Imageverlust stellte Martin Neubert, Mitarbeiter der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung (WGS) als Mängel heraus. Betroffen ist das Gebiet um August-Bebel-Straße, "Klein New York", Kino, Gymnasium, Otto-Riedel-Straße, Damaschkestraße, das Mischgebiet im Norden der Stadt und das südliche Areal bis zum Steg.

Bei der Beseitigung der Missstände gebe es Nachholebedarf. Mit Sanierung, Abriss und energetischer Stadterneuerung definierte Neubert die Maßnahmen. Bevölkerung und Wohnraum gilt es wieder annähernd ins Gleichgewicht zu bringen und ein attraktives Umfeld zu schaffen. Oelsnitz habe seit 1990 ein Drittel Einwohner verloren und liege damit weit unter dem sächsischen Durchschnitt. Die Ursachen liegen im "Sterbeüberschuss und Fortzügen". Vor allem Mietwohnungen bleiben leer.

Rund 40 Prozent der Einwohner im Stadtumbaugebiet sind über 65 Jahre alt. Neubert sieht "massive Veränderungen in den kommenden Jahren". Im Bereich der Plattenneubaugebiete sollen Gebäude bis 2020 von außen nach innen "zurückgebaut" und das Wohnumfeld gestärkt werden - zum Beispiel mit dem Bau von Spielplätzen und der Freiflächengestaltung. Den Finanzbedarf umriss Neubert bei privaten Maßnahmen mit 2 Millionen Euro, bei öffentlichen mit 2,5 Millionen Euro. Rückbau im Fördergebiet werde zu 100 Prozent bezuschusst. R.W.