Oelsnitz, Asch, Rehau: Gelebte Städtepartnerschaft

"Freunde im Herzen Europas" sind die drei Städte Oelsnitz, Asch und Rehau seit der dreiseitigen Vereinbarung von 2004. Die Partnerschaft von Oelsnitz und Asch hat eine neue Qualität erreicht, berichtete Stadtmarketing-Chef Eckardt Scharf kürzlich bei einem gemeinsamen Pressegespräch im Teppichmuseum auf Schloss Voigtsberg.

 

Seit vergangenem Jahr treffen sich Kulturverantwortliche zu Gesprächen. Dabei herausgekommen sind die beiden Projekte "Kulturaustausch" und "Museen der Bildenden Kunst" in Oelsnitz und Asch. Für eine Reihe von Veranstaltungen liegt die Bewilligung von Fördermitteln aus dem "Gemeinsamen Kleinprojektefonds Ziel 3" vor. Das Projekt der beiden Städte im Umfang von 17 000 Euro wird mit 85 Prozent gefördert. Vorgesehen, so Scharf, sind gemeinsame Veranstaltungen wie "Oelsnitz swingt" am 29. Mai, das Dreiländersingen am 26. Juni, das Oelsnitzer Stadtfest, das Ascher Stadtfest "Sommer in Asch" am 28. August, das Bürgerfest am 3. Oktober oder der Historische Weihnachtsmarkt auf Schloss Voigtsberg. "Wir praktizieren gelebte Städtepartnerschaft", erklärte Scharf. Eine Arbeitsgruppe soll sich monatlich treffen und einen gemeinsamen Arbeitsplan erstellen. Einbezogen werden Schulen beider Städte, Künstler, Kulturgruppen und Akteure der Region. Ein gemeinsamer Flyer und ein Internet-Auftritt sind in Vorbereitung.

 

Das gemeinsame Museumskonzept zielt auf "eine Kunstgalerie an zwei Standorten im Dreiländereck". Den Grundstock dafür bilde das Museum für Illustrationskunst in der Voigtsberger Kernburg. Das Projekt stecke aber noch in der Anfangspphase. Am 8. April werde der Fördermittelantrag der Sächsischen Aufbaubank übergeben. Als Projektbeginn ist der 1. Januar 2011 geplant.

Viele gemeinsame Themen sieht der 2. Ascher Bürgermeister, Pavel Klepàcek, der zugleich der Projektverantwortliche ist. In Scharf habe man einen zuverlässigen Partner gefunden. In Asch werde zur Zeit am leerstehenden ehemaligen Feuerwehr-Depot gearbeitet. In das Gebäude am Ascher Postplatz, das kürzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, soll eine ständige Ausstellung als Teil des Museums ziehen. Dabei strebe man "die größtmögliche Zusammenarbeit mit der Oelsnitzer Stadtmarketing GmbH". Den gegenseitigen Austausch übersetzte Dolmetscherin Anna Meisgeier.  Rekonstruier hat die böhmische Nachbarstadt mit ihren rund 13 000 Einwohnern ihr Museumsgebäude auf dem Nikolausberg. Eine neue Textilexposition sei in Vorbereitung, berichtete Klepàcek auf Anfrage. Die Einrichtung besitzt unter anderem 20 000 Paar Handschuhe - eine Erinnerung an die einst blühende Textilindustrie. Mit der Vertreibung der Sudetendeutschen - eine Folge der deutschen Schuld am 2. Weltkrieg - verlor Asch etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Rund 7000 Besucher verzeichnet das Museum in Asch pro Jahr, gab Mitarbeiterin Jana Kocisovà Auskunft. Der 2. Bürgermeister lud zu einem Besuch der Ausstellung ein, die zur Bausanierung gestaltet wurde. Nur 26 Kilometer über Ebmath betrage die Entfernung beider Städte, die mit ihrer Umgebung Touristen vieles anbieten können, "aber nicht alle Bürger wissen, was es Sehenswertes gibt". Der Kulturaustausch soll nun das Zusammentreffen der Menschen aus den Nachbarregionen unterstützen. Mit der Einladung und den Eintrittskarten zum Frühjahrsempfang von Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius am 31. März unterstrich Scharf die angestrebte Gemeinsamkeit. Zum Empfang wird den geladenen Gästen das neu gestaltete Teppichmuseum vorgestellt, welches am 3./4. April mit einem Museumsfest eröffnet wird. va