Oelsnitz: Abhang donnert auf Garagen

Ein Erdrutsch hat am Dienstag den Hang an der Oelsnitzer Lessingstraße erschüttert, eine Stützmauer in Trümmer gelegt und eine Reihe von Garagen beschädigt.

Oelsnitz - Das Unglück ereignete sich genau auf der Grundstücksgrenze zwischen den Hausnummern 1 und 3, weiß der private Besitzer von Nummer 3, der anonym bleiben will. Der Oelsnitzer hat das denkmalgeschützte Gebäude an der Ecke zur Schmidtstraße aus einer Versteigerung erworben. Der Vorbesitzer des Nachbargrundstücks habe vor etwa zehn Jahren die Stützmauer gegen den Hang gesetzt, wo zuvor ein Hintergebäude gestanden hatte, das acht Garagen weichen musste. Die beiden Grundstückseigner berieten am Donnerstagnachmittag mit einem Gutachter aus Leipzig über den Schaden, dessen Ursache Winterschäden sein könnten.

Vermutlich habe sich Wasser hinter der Mauer gestaut. Für den Besitzer des Eckhauses Nr. 3 ist es ein Fall für die Gebäudehaftpflichtversicherung. Baufirmen hätten ihm versichert, dass der Schaden schnell und unkompliziert behoben werden könne. Wichtig sei erst einmal, dass Menschen nicht zu Schaden gekommen sind, betonten beide Nachbarn. In der Lessingstraße 1 wohnen auch Kinder. Die Mieter dieses Hauses hatten den Erdrutsch gemeldet. Das Eckhaus Lessingstraße Nr. 3 mit der markanten Fassade steht dagegen seit fast 20 Jahren leer. Der neue Eigentümer will es sanieren und die Wohnungen vermieten. Er habe Fördermittel des Städtebaulichen Denkmalschutzes beantragt und darf deshalb nicht vorzeitig mit dem Bau beginnen.

Interessantes erzählt er aus den Bauakten des etwa 1885 errichteten Gebäudes. Es sei die erste Villa gewesen, die Carl Wilhelm Koch, der Gründer der Teppichfabrik für sich in Oelsnitz errichten ließ. Im Inneren sei das mittlerweile entkernte Gebäude sachlich gehalten. Lediglich die Fassade und der Giebel fallen durch ihre aufwändige Gestaltung aus dem Rahmen.