Ökocamp im Göltzschtal geplant

Das Gebiet um die Floßteiche im Göltzschtal bei Schneidenbach soll langfristig zum Ökocamp ausgebaut werden. Ehrgeizige Ziele, die Dieter Käppel, der Chef der Firma "Landurlaub Käppel", verfolgt. Schließlich sucht man vergleichbare Projekte in ganz Deutschland vergebens. Um sie zum Erfolg zu führen, braucht er Zeit. Deswegen rechnet er damit, frühestens im Sommer 2014 mit dem Ökocamp so richtig loslegen zu können.

Das Gelände um die beiden Naturteiche nahe Mühlwand beackert Käppel schon seit Jahren. Er hat die Teiche saniert und abgedichtet, Floße gebaut sowie Natur- und Fischlehrpfade angelegt. In der Gegend hat es sich herumgesprochen, dass man sich hier erholen und Natur pur genießen kann. Alles kostenlos beziehungsweise zu einem kleinen Obulus, den jeder Besucher freiwillig in einem dafür vorgesehenen Kasten entrichten konnte. Damit ist in Zukunft Schluss. Die Zeit bisher bezeichnet Käppel als Testphase.

Man habe ständig an der weiteren Verbesserung der Sicherheit der Floße gearbeitet und das Gelände für Urlauber und Ruhesuchende vorbereitet. Beispielsweise wurden tiefwurzelnde Eichen, deren Laub den Grund der Teiche verschmutzt, nach und nach durch Erlen oder Weiden ersetzt. Die Geländer auf den Floßen hat Dieter Käppel angespitzt, so dass sie nicht mehr zum Draufsetzen und Kippeln einladen.

Jetzt will der rührige Unternehmer, der mit seiner Firma "Landurlaub Käppel" bereits sechs Arbeitsplätze geschaffen hat und weitere folgen lässt, die Floßteiche zum Domizil für Öko-Urlauber ausbauen und professionell vermarkten. Daneben habe er aber weiterhin auch die Tagesgäste aus der Region im Blick, versichert er.

Sein Konzept sieht ungestörte und behutsame Naturbeobachtungsmöglichkeiten vor. Dafür will Käppel Hütten- und Beobachtungsflöße bauen, auf denen man die umliegende Tier- und Pflanzenwelt ungestört betrachten und sogar übernachten kann. "Meine Gäste sind dann ein Teil der Natur", schwärmt der Bauherr.

Außerdem will er transportable Holzzelte und imitierte "Boofen" (Schlafhöhlen) zur Verfügung stellen und damit Familien, Öko-Urlauber und Jugendgruppen ansprechen. Für Kleinkinder entsteht ein Matschplatz, wo sie mit Sand und Bachwasser spielen können. Versorgen können sich die Gäste an einer Imbissbude direkt am Ufer, die gerade ausgebaut wird.

Auch Angelvergnügen verspricht er seinen Gästen, sogar ohne Angelschein. Dafür hat der frühere Reichenbacher Bürgermeister entsprechende Lehrgänge besucht, um das notwendige Wissen an die Gäste weitergeben zu können. In den Teichen gibt es neben Bach- und Regenbogenforellen auch Schleie, Zander, Barsche und Karpfen.

Die Ziele sind verlockend. Doch der Weg ist noch weit. Jetzt hat der Reichenbacher Stadtrat in einem ersten Schritt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufgestellt und die "Floßteiche bei Mühlwand" damit zum Sondergebiet Tourismus erhoben. Weitere Genehmigungen müssen folgen. Dieter Käppel hofft, die bürokratischen Hürden bis zum Frühjahr 2013 nehmen zu können, um dann im kommenden Jahr seine Öko-Ideen umsetzen zu können.

Dabei liegt ihm die Schaffung eines dringend notwendigen Parkplatzes besonders am Herzen. Er soll gleich neben der Zufahrt zu künftigen Ökocamp entstehen. Vorerst rät Käppel seinen Gästen aber, ihre Autos am besten in Mühlwand abzustellen.