Obermeyer-Kalender beginnt erst April 2011

Plauen - Wer ab Dezember einen riesigen Umschlag mit der Aufschrift "Vorsicht! Bissiger Kalender!" erhält, gehört zweifelsfrei zu Freunden, Kunden oder Geschäftspartnern des Plauener Spezialmaschinenbauers Gustav Obermeyer.

 

Für jenen Personenkreis, welcher in irgendeiner Weise mit dem 121-jährigen Traditionsunternehmen verbandelt ist, legt der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Thomas W. Richter derzeit eine 1500er Auflage des neuen Gustav-Obermeyer-Kalenders 2011/12 (GOK) auf. "Schöne Frauen vor blitzenden Autokarosserien oder inmitten blühender Landschaften allein sind langweilig. Das gibt es schon unzählige Male."

 

Richter wollte etwas Neues, Besonderes machen. Und es ist wahrlich kein 0815-Kalender, der als erster Versuch im Vorjahr entstand. Heute zählt Richter zu den Wiederholungstätern. Doch es ist nicht nur die hervorragende Papierqualität, es sind nicht nur die allesamt aus der Region stammenden Hobby-Models und es ist auch nicht nur der erfolgreiche und überaus professionelle Plauener Fotograf Karsten Uhlmann, die das Besondere ausmachen.

 

Zum Mix des Gesamtkonzepts gehören in erster Linie Kreativität und eine (Selbst)-Ironie des Initiators. Dass der Kalender erst am 1. April beginnt, ist nur einer der Gags. So wie der Betrieb sich auf Verpackungstechnologien vorwiegend für die Pharma- und Kosmetikindustrie bestens versteht, so verpackt er auch die Werbung für die Produktion von Spezialmaschinen im Kalender meisterlich. "Man könnte auf die Idee kommen, der Kalender sei erotisch, weil unsere männlichen und weiblichen Protagisten meist eher leicht bekleidet daher kommen. Ist er aber nicht", so Richter. "Der Kalender ist ein Gesamtkunstwerk aus Thema, Bildmotiv und Text."

 

Und das Spiel mit der Erotik, stets im Zusammenspiel mit einer Maschine des Unternehmens, versetzt mit einem kräftigen Schuss Ironie, welcher sich diesmal insbesondere in Richtung der italienischen Mitkonkurrenten richtet, macht das Ganze aus. Den Italienern wird schon mit dem Kalenderdeckblatt "eingeheizt". Und das dürfte tatsächlich rund um den Globus gehen. "Von Chicago bis Sri Lanka kamen im Vorjahr Anfragen nach dem Kalender." Das Deckblatt entstand im Übrigen am Sonntag, ebenso wie das letzte noch fehlende Kalenderblatt für Oktober 2011. Auch eine Ironie des Schicksals - nur zufällig wurde genau an Halloween die Aufnahme zu Halloween produziert. Dem blutsaugenden Kapitalisten wird das Blut ausgesaugt. Keine Frage, dass sich Richter selbst als "Opfer" darstellt und die blutrünstigen Vampirinnen mit Sicherheit (zumindest während der Fotoarbeiten) genossen haben dürfte, auch wenn das Ambiente im ungenutzten Haus II weniger zum Kuscheln einlud.

 

Doch für die Aufnahmen war die alte Produktionshalle wie geschaffen: Fetzen von Tapete hängen von der Decke, Spinnweben all überall und eine alte Holzkiste, einem Sarg ähnlich, in der Richter liegt und sich das Blut aussaugen lässt. Das geschieht ihm recht, dem blutsaugenden Kapitalisten, der jedes Kalenderblatt mit seinen ironischen Sprüchen und Erklärungen "beschmutzt". Nun dürfte sich wohl jeder wünschen, zu den Freunden Richters zu gehören, um einen GOK zu erhalten. Doch wem dies nicht beschieden ist, der ist zu trösten: Unter www.gustav-obermeyer.com ist der Kalender auch zu betrachten. va