Oberlosa soll Bushaltestelle bekommen

Nach der Auslegung des neuen Bebauungsplanes für das neue Industrie- und Gewerbegebiet Oberlosa regt sich bereits wieder Widerstand in Oberlosa und Unterlosa. Gründe hierfür gibt es mehrere. Und es gibt Fragen, die wir an Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer weitergeleitet haben.

Warum wird in dem jetzt vorliegenden Bebauungsplan nur ein Teilbereich aufgezeigt und somit für die Diskussion frei gegeben nach dem Motto, nur zu dem was ausgelegt ist kann der Bürger seine Meinung sagen?

Nachdem es für den ersten ausgelegten Bebauungsplan über 400 Widersprüche gehagelt hat, haben wir bei dem aktuellen Bebauungsplan den Geltungsbereich verkleinert. Die Widersprüche gab es vor allem bezüglich Grundstücken, die zu nahe am Ort lagen und für die Zufahrt zum neuen Industrie- und Gewerbegebiet über die bestehende (in Richtung Boysen).

Beides haben wir jetzt bei der Überarbeitung des Bebauungsund Verkehrsplanes bedacht und zum einen das beplante Gebiet verkleinert und die Zufahrt von der B 92 verändert. Es geht also nicht darum, den Oberlosaern etwas vorzuhalten, es ist schlicht und einfach nicht mehr spruchreif.

Wenn es um Gewerbe- und Industrieansiedlung geht, versprechen sich die Anwohner natürlich auch eine Verbesserung ihrer Lebenssituation, beispielsweise Anbindung an Nahverkehr, Fußoder Radweg, um auch den Beschäftigten in den Unternehmen eine Alternative zum Auto bieten zu können, was wiederum auch die Durchfahrten durch den Ort reduzieren würde. Was ist geplant?

Es wird ein Gehweg an der B 92 entstehen und eine neue Bus-Haltestelle geschaffen. Wo jetzt die Zufahrt zum Gewerbegebiet hineinführt wird etwa 50 Meter zurückgesetzt die Haltestelle entstehen für die Beschäftigten der bestehenden und künftigen Unternehmen.

Die Unterlosaer und Oberlosaer wehren sich dagegen, dass die K7807 und der dazugehörige Knotenpunkt für die neue Anbindung des Gewerbe- und Industriegebietes erneut geopfert werden soll. Dabei hatten sie so eine Lösung bereits 2006 und 2016 abgelehnt.

Die Bundesrepublik Deutschland will mittelfristig die Bundesstraße 92 zwischen Plauen und der Auffahrt zur A 72 (Plauen-Süd) dreispurig ausbauen. Wann es soweit sein wird, weiß niemand. Bis dahin bleibt die Anbindung Unterlosa/Oberlosa offen. Bevor der dreispurige Ausbau in Zukunft passiert, werden alle Kreuzungspunkte entlang der B 92 zwischen Plauen Südvorstadt und der A 72 Plauen-Süd vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf ihren Fortbestand hin untersucht. Jeder Bürger kann dann gegen Entscheidungen Einspruch erheben. Aber bis dahin dauert es.

Wo sind Ausgleichflächen für die Neuversieglungsflächen geplant?

Ausgleichmaßnahmen sind im Gebiet selbst und auf externen Ausgleichsflächen, beispielsweise im Gebiet Haselbrunn und Tauschwitz geplant.

Wann bekommen die Oberlosaer/ Unterlosaer Bürger und Unternehmen, die Einsprüche gegen den Bebauungsplan haben, eine Antwort von der Stadtverwaltung?

Die öffentliche Auslegung ist abgeschlossen und jetzt werden die Widersprüche ausgewertet.

Daraus wird ein Abwägungsvorschlag, also ein Kompromiss, erarbeitet. Ich glaube, dass wird den bis März kommenden Jahres zustande bekommen. Und dann wird er dem Stadtrat vorgestellt. Parallel dazu bekommt jeder, der einen Einspruch hatte schriftlich seine Einwände beantwortet.

Die Widersprüche sind aber deutlich weniger, als bei der ersten Auslegung des Bebauungsplanes. Jetzt haben wir das Bauland verkleinert, das so nicht mehr so nahe am Ort liegt, und auch die Zufahrt verändert.

Diesmal geht es mehr um Verkehrssicherheit bei der neuen Anbindung an die B 92, um Schallschutzfragen oder Entwässerung der Grundstücke. Viele solcher Dinge sind schon in Bearbeitung. Wenn eine Lösung greifbar ist, wird es mit mir eine Versammlung in Oberlosa geben.