Oberdorfer spricht über ersten Trabant

Plauen - In der FAW Akademie Plauen bauen Schüler selbst einen Trabant zusammen und lernen so die ehemalige DDR kennen.

 

Den "Klappfix" zusammengepackt, der Anhänger am Trabant befestigt und los geht es in etwa einem Jahr mit der Wanderausstellung der so genannten Trabi-Schrauber. Im Herbst 2009 entstand das Projekt "Geschichte erfahren - mit dem Trabi durch die DDR". Die Idee dazu hatte Romy Hofmann. Die Sozialpädagogin der FAW Akademie Plauen schraubt selbst gerne in der Werkstatt.

Etwa 40 Mädchen und Jungen aus verschiedenen Plauener Schulen beteiligen sich in drei Arbeitsgruppen. Dreimal wöchentlich für jeweils zwei Stunden wird seit einem Jahr fleißig gearbeitet. Nun ist Halbzeit und das bisher Geschaffene wurde gestern auch dem Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer präsentiert. Dieser hat selbst eine enge Verbindung zum Trabant. "Bis ich dreißig war bin ich damit gefahren und dachte, ich tu das bis zur Rente. Als Student habe ich einen neuen Trabant bekommen. Mit einem Glas Sekt wurde er auf den Namen "Jahrtausendschön" getauft, denn ich war mir damals sicher, dass ich mit ihm den Jahrtausendwechsel erleben werde. Das war lange bevor die Wende kam", lacht das Stadtoberhaupt.

Während ein Team recherchiert und alles Interessante rund um die "Pappe" zusammenträgt, sind andere damit beschäftigt, alles in Bild und Ton festzuhalten. Eine eigene Webseite gibt es auch. Dort kann sich jeder informieren oder nachlesen was gerade passiert. Das große Ziel jedoch ist eine Wanderausstellung. Von Schule zu Schule soll diese später ziehen. Und das sogar wortwörtlich, denn gezogen wird der "Klappfix"-Campinganhänger von dem eigens dafür gebauten Trabi. Komplett auseinander genommen und Stück für Stück wieder zusammen geschraubt und gebastelt wird das Fahrzeug. Entwürfe und Ideen, wie er einmal aussehen soll, gibt es viele.

 

Einig wurden sich die Teilnehmer noch nicht. "Wir haben uns vorgestellt, dass jede Seite ein Jahrzehnt zeigen könnte. Außerdem soll ein Zeitstrahl rund um die ganze Karosse laufen", sagt Romy Hofmann. Noch fast ein Jahr ist bis zur Fertigstellung Zeit. Viele der Schülerinnen und Schüler sind von Anfang an dabei. Viel über das Leben in der DDR, das keiner der Mädchen oder Jungen miterlebt hat, haben sie bereits erfahren. Die Schüler sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie es damals war, meint Hofmann. www.trabi-schrauber.de