Nur 1000 Ausländer in Plauen

Was haben ein Australier, ein Haitianer und 174 Vietnamesen mit Menschen aus weiteren 86 Ländern gemeinsam? Sie alle wohnen in Plauen. 1119 Personen, die insgesamt lediglich 1,7 Prozent der Gesamteinwohnerzahl ausmachen.

Diese Zahlen enthält der Jahresbericht, den die Ausländerbeauftragte der Stadtverwaltung, Silvia Liersch, am Donnerstag den Stadträten vorlegte. Die am stärksten vertretene Gruppe - daran hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nichts geändert - ist die der Vietnamesen, gefolgt von Serben (94 Personen) und Türken (93 Personen).

Doch auch Menschen aus vergleichsweise "exotischen" und fernen Ländern haben sich für den Wohnort Plauen entschieden - ein Costa Ricaner, ein Migrant von der Elfenbeinküste, ein Venezolaner und ein Usbeke, um nur einige aus der Völkerschar zu nennen. Auch in Plauen, so Liersch, greifen die 2005 bundesweit eingeführten Alphabetisierungs- und Integrationskurse. 285 Personen wurden auf diese Weise in der Stadt besser integriert. Insgesamt lernen in Plauener Grund- und Mittelschulen sowie den beiden Gymnasien 205 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund.

 

Dabei weist die Grundschule "Am Wartberg" mit 30 Schülern die größte Zahl auf. Im Bereich der Mittelschulen führt die "Dr. Christoph Hufeland-Schule" mit 61 Schülern die Statistik an, gefolgt vom Lessing-Gymnasium mit 24 Jugendlichen. Eine Ausbildung erhalten 70 junge Migranten am BSZ e.o plauen, 19 an der Wirtschaftsschule Plauen-Gobi sowie sechs am BSZ "Anne Frank". An der Diploma Fachhochschule sind derzeit zehn ausländische Studenten eingeschrieben.

Allein im Vorjahr erfolgten 32 Einbürgerungen von Menschen aus insgesamt 14 Ländern. Aus dem inzwischen geschlossenen Asylbewerberheim Posseck zogen 50 Asylbewerber in das Heim in der Kasernenstraße 2 um. Liersch machte deutlich, dass sich hinter jedem ausländischen Bürger auch ein spezielles Schicksal verberge. Während Studienabschlüsse ausländischer Ärzte nach einem Trainingskurs meist problemlos anerkannt würden und deren Arbeit in ihrem Beruf nichts mehr im Wege stünde, hätten es Anwälte oder Systemtechniker meist ungleich schwerer. Ein siebenjähriges Anwaltsstudium in Nahost werde beispielsweise nicht anerkannt, das eines IT-Technikers aus Russland ebenfalls nicht. Beide Personen gelten als kaum vermittelbar und müssten sich derzeit mit Hilfsarbeiter-Jobs über Wasser halten.

 

Anerkennende Wort fand Liersch zugleich hinsichtlich des "Vereins der Vietnamesen von Plauen und Umgebung", dessen Arbeit auf eine Integration in Deutschland wie auch die Traditionspflege der Heimat ziele.

In der sich anschließenden Diskussion wurde angeregt, weitere Händler und Gewerbetreibende anderer Nationalität in Strukturen einzubinden, um ihnen damit auch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten und das Vertreten ihrer Interessen inder Stadt zu ermöglichen. tp