Notlandung auf dem Bauch

Glück im Unglück hatte der Pilot eines Kleinflugzeuges am Freitag in Auerbach, als er auf dem Rumpf landete - aber selbst unversehrt blieb. Die Polizei beziffert den Schaden an dem 170.000 Euro teuren Flugzeug auf 50.000 Euro.

Auerbach, OT Reumtengrün - Das Bugrad hatte nicht ausgefahren werden können und so bestand Gefahr einer Bruchlandung auf dem Auerbacher Flugplatz: Mehr als 40 Kameraden der Wehren aus Reumtengrün, Auerbach und Rebesgrün samt aller möglicher Technik erwarteten das havarierte Flugzeug - mussten aber zum Glück nicht eingreifen.
Obwohl die einmotorige Maschine mit der Nase aufsetzte, gelang es dem erfahrenen Piloten, seine Maschine sicher zu landen. "Clever, alle Achtung", sagt ein Feuerwehrmann. Auch der herbeigeeilte Notarzt wurde nicht gebraucht: Der unversehrte 42-Jährige, der allein flog, konnte sein Flugzeug selbständig verlassen.
Der Vogtland-Anzeiger sprach mit dem Piloten über die dramatischen Minuten am Freitag zwischen 17.31 Uhr und 18.04 Uhr. Der Vogtländer, ein Unternehmer aus Falkenstein schildert den Verlauf am Telefon wie folgt:
"Ich war 16 Uhr mit meiner Piper PA-32 von Auerbach aus zu einem etwa halbstündigen Geschäftsflug nach Riesa gestartet. Der Rückflug in Richtung Auerbach begann etwa 17 Uhr. Bis dahin verlief alles völlig normal.
Gegen 17.30 Uhr, als das Vogtland in Sicht kam, bemerkte ich, dass nur zwei der drei Kontroll-Lampen leuchteten, die eine ordnungsgemäße Funktion des Bugfahrwerks anzeigen: Etwas war faul.
Ich kontaktierte den Tower des Auerbacher Flugplatzes und teilte mit, dass es Probleme mit dem Bugfahrwerk gibt. Diesen Funkverkehr bekam die Besatzung eines Polizeihubschraubers mit, der zufällig in der Nähe flog. Mit der Spezialkamera des Hubschraubers konnte man sehen, was ich schon bemerkt hatte: Das Bugfahrwerk stand ein bisschen schräg nach hinten - war also ausgefahren, aber nicht eingerastet. Die Besatzung des Hubschraubers alarmierte daraufhin die Rettungsleitstelle, die alles Nötige in Bewegung setzte: Feuerwehr und Rettungsdienst waren in Minuten vor Ort. Bis dahin habe ich ein paar Runden westlich des Flugplatzes gedreht - und dann zur Notlandung angesetzt. Und die ging zum Glück glimpflich ab", sagt der Pilot.
Hat er Angst gehabt, als er die Probleme mit dem Bugrad bemerkte? "Nein, ich war konzentriert und habe mich sicher gefühlt, das Manöver sicher zu Ende zu bringen. Man darf sich nicht vom Stress übermannen lassen und in Panik verfallen. Das gelingt mir ganz gut - auch weil ich eine gute Ausbildung habe", erklärt der Vogtländer, der 2008 auf dem Zwickauer Flugplatz bei Fluglehrer Jürgen Eberhardt seinen "Schein" gemacht hat und später in Chemnitz Zusatzqualifikationen: Kunstflugausbildung und Nachtflugberechtigung.
Hätte der Pilot die Havarie vermeiden können? Hätte er den Fehler vor dem Flug bemerken müssen? "Nein", sagt er: "Die Wartungsintervalle wurden alle eingehalten, ich bin da sehr sorgfältig."
Und nun? Fliegt er wieder - und wann? "Ich fliege wieder - aber erst muss natürlich der Schaden behoben werden: Die Leute von der Flugzeugwerft - die nächste ist in Hof - müssen den Motor ausbauen und dann sehen wir weiter." ufa