Noro-Viren in Klinikum und Seniorenheim

Noro-Viren-Alarm gibt es im Klinikum Obergöltzsch Rodewisch und dem Auerbacher AWO-Seniorenheim "Panoramablick". In letzterer Einrichtung ist die Durchfall-Erkrankung bereits überstanden.

Rodewisch/Auerbach - Seit Mitte voriger Woche haben Ärzte und Pfleger im Klinikum Obergöltzsch alle Hände voll zu tun: Verstärkt kamen Patienten mit Durchfall-Erkrankungen in die Rettungsstelle - und die Noro-Viren griffen schließlich auch auf die Patienten von je einer inneren und chirurgischen Station über, bestätigt Verwaltungsdirektorin Beate Liebold. Das Gesundheitsamt sei umgehend informiert worden, außerdem die Angehörigen betroffener Patienten. Das Klinikum untersagt seit dem Wochenende Patienten-Besuche auf jenen zwei Stationen und teilt Info-Flyer aus.

Zwischen Oktober und März trete Noro normalerweise auf. Das nun gehäufte Vorkommen des Virus zur derzeitig schönen Jahreszeit sei ungewöhnlich, so Hygienefachkraft Joachim Schneider. Er und seine Hygiene-Kollegen geben derzeit strikte Anweisungen an Patienten und (Service)Personal: Häufiges Händewaschen und desinfizieren, Pflegekräfte und sonstiges Personal am Krankenbett tragen Kittel und teils Mund- und Nasenschutz, Griffbereiche in Fluren und Zimmern werden akribisch und besonders gereinigt. "Mit Noro ist nicht zu spaßen. Besonders ältere Leute und Kinder sind ohne Behandlung gefährdet", so Schneider.

Am 25. Februar sei die erste Durchfallerkrankung im AWO-Pflegeheim "Panoramablick" registriert worden, so AWO-Geschäftsführerin Katrin Schmidt. Nach Meldung beim Gesundheitsamt sei der Noro-Virus am 28. Februar bestätigt worden. Seitdem habe man alle Veranstaltungen im Heim abgesagt, Öffentlichkeitsverkehr eingeschränkt, die Cafeteria geschlossen, die Heimbewohner bekamen ihr Essen auf dem Zimmer serviert.

Magen-Darm-Erkrankungen hatten von rund 150 Senioren 50 Heimbewohner und 9 Mitarbeiter. "Seit dem 6. März gibt es keine Durchfälle und Neuerkrankungen mehr", so Schmidt. Auch dort wurde gründlich desinfiziert. Ob noch weitere Einrichtungen im Vogtland von Noro betroffen sind, ist nicht gewiss. Kreisgesundheits-Ärztin Kerstin Zenker sieht keinen Handlungsbedarf, der Öffentlichkeit darüber Auskunft zu geben. Es falle unter Schweigepflicht. Cornelia Henze