Noch keine Schlecker-Kündigungen im Vogtland

Fest steht, jeder zweite Arbeitsplatz bei Schlecker verschwindet. Zwei Filialen gibt es noch in Plauen - in der Bahnhofstraße (drei Mitarbeiter) und in der Pestalozzistraße (drei Mitarbeiter). Die Frauen sind nahezu alle um die 50 Jahre und teilweise auf den Tag genau seit 18 Jahren für Schlecker im Einsatz.

Was aus ihnen wird, wissen sie nicht. "Kündigungen waren heute jedenfalls nicht im Briefkasten", bestätigen die Verkäuferinnen, die versuchen, sich untereinander auf den neuesten Stand zu bringen. Lediglich in Sachen Insolvenzgeld und Überstundenregelung gab es von der Konzernleitung eine Information per Fax. Wer über den 29. Februar hinaus beschäftigt ist, wird angehalten, seine angefallenen Überstunden abzuleisten. "Bei mir sind das 31 Überstunden", so eine der Plauener Schleckerverkäuferinnen. Eine andere hat ihre 90 Überstunden zum Glück schon "abgebummelt".

Welche der vogtländischen Schlecker-Drogeriemärkte schließen, ist im Konzern bekannt. "Die Liste wird frühestens erst in zwei Wochen öffentlich gemacht", erklärt hierzu Dr. Alexander Güttler vom Schleckerkonzern. Zuvor kämen die Arbeitnehmervertreter zum Zuge. Man habe auch extra keine Kündigungen bis zum 29. Februar rausgeschickt. Man werde mit den Mitarbeitern Gespräche führen. Zwischenzeitlich würden die Mitarbeiter mustergültig informiert. Eine Schließung weiterer Filialen über Nacht sei nicht geplant.

Nach Konzernangaben sei Schlecker "zukunftsfähig". Allerdings seien "harte Schnitte" unabdingbar. Das Filialnetz werde auf 3000 reduziert von derzeit 5 400 Filialen, fast 12 000 Mitarbeiter verlieren damit ihren Job.