Nicht nur Vogtländer trauern mit Angehörigen

"Sie war meine Schulfreundin", sagt die Oelsnitzerin Jutta Herrmann mit feuchten Augen. Dann trägt sie sich gestern Mittag ins Kondolenzbuch für die verstorbene Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius ein, das im Balkonzimmer neben dem Amtsraum des Stadtoberhaupts ausliegt.

Acht Klassen lang drückte Frau Herrmann neben Eva-Maria, welche damals noch Krake hieß, die Schulbank in der Erich-Weinert-Oberschule. Jetzt widmet sie der Oberbürgermeisterin und "tapferen Kämpferin" einen herzlichen Nachruf.

Seit dem Morgen reißt die Reihe von Bürgern, Bediensteten der Stadtverwaltung und Kommunalpolitikern bis nach Oberfranken nicht ab, die ihre Trauerbekundungen in dem Buch festhalten. Viele sehr persönliche Worte sind darunter voller Sympathie und Hochachtung.

Auch Rehau trauert um Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius. "Mit großer Bestürzung mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass am 30. Januar die Oberbürgermeisterin der Rehauer Partnerstadt Oelsnitz, Eva-Maria Möbius, im Alter von 63 Jahren nach einer schweren Erkrankung verstorben ist", heißt es im Nachruf des Rehauer Bürgermeisters Michael Abraham.

Für die Stadt Rehau sei sie immer ein zuverlässiger Ansprechpartner und Motor gewesen, wenn es um die Weiterentwicklung und Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Städten ging. "Seit den Anfangsjahren haben sich viele Begegnungen und Freundschaften entwickelt. Im Jahr 2001 wurde die bilaterale zu einer trilateralen Städtepartnerschaft mit der tschechischen Nachbarstadt Asch weiterentwickelt, der Gemeindebund "Freunde im Herzen Europas" entstand daraus.

Am 9. November 2010 wurde mit einer gemeinsamen Stadtratssitzung in Rehau das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Rehau und Oelsnitz gefeiert und ein Fünf-Punkte-Plan beschlossen. "Ihr Ideenreichtum, ihre Beharrlichkeit, aber auch ihr ausgleichendes, natürliches Wesen zeichneten Eva-Maria Möbius aus. Ich persönlich habe eine gute Freundin und persönliche Wegbegleiterin verloren. Wir werden Frau Möbius ein ehrendes Gedenken bewahren," so Bürgermeister Michael Abraham.