"Neustart für Plauen"

Wer sich mit dem Bewerber um das Plauener OB-Amt unterhalten möchte, muss dazu weder ins Rathaus gehen, noch ihn auf der Straße ansprechen. Denn seit kurzem ist Steffen Zenner auch virtuell unterwegs.

Plauen Sein Einstieg erfolgte Mitte Januar mit einem "pre Opening". Ein Begriff, mit dem vor Jahren wohl nur die wenigsten etwas hätten anfangen können. Dabei handelt es sich quasi um einen Auftakt vorm Auftakt. Sozialbürgermeister Steffen Zenner ging mit einer Website und einem Trailer "ins Netz" - noch bevor er seine Absicht den Medien mitteilte. Die vom Plauener Filmemacher Tino Peisker professionell gestaltete Web-Site ist mit allen elf Wahlaufträgen und zusätzlich zahlreichen Infos untersetzt, über die Zenner mit den Plauenern ins Gespräch kommen möchte. Sein Wahlkampf-Slogan dürfte sich inzwischen in etlichen Köpfen festgesetzt haben: "Plauen lieben - Zenner wählen."
In diesem Wahlkampf, in dem persönliche Kontakte coronabedingt eingeschränkt sind, sei der virtuelle Wahlkampf enorm wichtig, ist der OB-Kandidat überzeugt. "Wer die virtuell affinen Wähler nicht mitnimmt, kann nicht gewinnen." Wenn Lockerungen wieder möglich sind, werde er sich aber auch in den klassischen Wahlkampf "stürzen" - mit Infoständen, Haustürgesprächen, Besuchen in den Ortsteilen, oder auch mal bei einem Bier mit Vereinen zu deren jeweils spezifischen Themen.
Auf Facebook stellt Zenner nun regelmäßig seine Wahlkampfthemen vor. Und in Kürze werde man auch noch etwas über den "Menschen Zenner" erfahren. An insgesamt elf seiner Plauener Lieblingsorte werde er "auftauchen" und dazu kleine persönliche Geschichten erzählen. Im Pfortengässchen beispielsweise habe er als Kind mit Kumpels immer gespielt und sei dabei auch mal die Treppe runtergestürzt.
Zweifellos wichtiger als die "Humorschnipsel" werden aber die Themenwochen sein. "Beginnend zwölf Wochen vor der Wahl möchte ich im Livestream mit den Plauenern diskutieren. Jeweils konkrete Themen aus den Bereichen Sport/Kultur, Familie/Soziales, Ordnung/Sicherheit oder auch digitales oder die Vorbereitung des Plauener Stadtjubiläums sollen jene zum "Einklinken" animieren, die sich den jeweiligen Thema besonders verbunden fühlen." Außerdem sollen konkrete Projekte vorgestellt werden, wie beispielsweise der Anbau des Stadtbades samt Folgekosten. "Mir geht es um Transparenz am konkreten Beispiel", verdeutlicht der OB-Kandidat. Und diese neue Form der Transparenz möchte er quasi flächendeckend vermitteln. "Wir müssen als Verwaltung den Menschen Entscheidungen besser vermitteln, klar sagen, weshalb etwas so und nicht anders entschieden wird, was geht und was nicht. Oft verweisen Bewerber auf ihre Zuverlässigkeit und den Willen, die Bevölkerung einzubeziehen. Ich halte das eigentlich für selbstverständlich." Ihm sei Motivation - eigene und die der Menschen - Fachwissen und Erfahrung wichtig, ergänzt er.
Und was soll am Ende des Wahlkampfes, möglicherweise am Beginn einer ersten Amtszeit stehen? "Plauen braucht einen Neustart." Zum einen in der Verwaltung selbst, was er aber nach einer so langen Zeit ohne Wandel an der Stadtspitze als völlig normal ansieht. "Wir müssen unsere Mitarbeiter noch wertschätzender behandeln." Zudem ist Zenner von einem generellen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung ab 2022 überzeugt. Damit wir dabei sind, müssen die Weichen auch in Plauen gestellt werden. Mein Vorteil: "Ich brauche keine Einarbeitungszeit." top