Neuseeländer Gitarrist Mathew James White mit Alltagsgeschichten in Greiz

Ein bisschen Funk, ein wenig Jazz und jede Menge Liedermacheranteile, das ist das Gemenge aus dem Mathew James White seine Songs mixt. Lieder, die von emotional bis sehnsuchtsvoll, von verträumt bis kraftvoll reichen. Am Donnerstag musizierte der in Neuseeland geborene Gitarrist und Sänger im Greizer Café LebensART und umschmeichelte mit seinen Kompositionen das Auditorium. Rein äußerlich will White so gar nicht in die Kategorie des umherziehenden Musikers passen. Statt vom Straßenstaub und stetig wechselnden Lebenslagen gegerbter Haut erblickt man einen gepflegten jungen Mann, den sich manche Mutter als Partie für ihre Tochter wünscht, statt dem obligatorischen Bier, dem noch ein Whisky beigestellt wird, zieht neben White der selbst bereitete grüne Tee, und dass der Nichttrinker natürlich auch keine Glimmstängel zwischen die Finger klemmt, ist nur folgerichtig - und auch an seiner Stimme zu hören. Klar, hell, manchmal hin zum dunklen Tenor schwingen die Klangfarben, aus denen der Songwriter seine Geschichten malt. Diese handeln von Liebesleid und Liebesglück, erzählen Alltagsgeschichten, von den Landschaften seines Heimatlandes und sind allesamt lyrisch tief. Die Melodien, die die Texte tragen, kommen häufig sanft wie eine warme Sommerbrise daher, aber sie sind keinesfalls weich gespült. Trotz ihrer Schnörkellosigkeit besitzen sie, wie auch die zwischendurch eingestreuten Instrumentaltitel, Kraft und Ausdruck. Hier betreibt jemand keine Effekthascherei, sondern fertigt jene viel zitierte und oft beschworene gute, handgemachte Musik. White, der im Alter von 18 Jahren dem Voranbringen seiner Musikerkarriere wegen von seiner neuseeländischen Geburtsstadt Hamilton ins australische Sydney zog, später sechs Jahre in London lebte und seit 2006 in Berlin seine Wahlheimat fand, nennt seinen Landsmann Neil Flinn, die Band Crowded House oder James Blunt als Musikerkollegen, die ihn beeinflusst haben. Sicher, hin und wieder klingen Parallelen an. Doch White geht seinen eigenen Weg. Er lässt sich nicht darauf ein zu kopieren. Kurzum: Er bekennt sich zur Tradition der Singer/Songwriter und setzt dennoch in dieser riesigen und zudem übervollen Schublade neue Akzente. Übrigens, schon als Schüler gründete er seine erste Band und arbeitete in seiner Karriere mit einigen bekannten Persönlichkeiten der internationalen Musikszene zusammen, unter anderem Steve Lyon, der für Bands wie Reamonn, The Cure und Depeche Mode verantwortlich zeichnet, oder Martyn Phillips, der wiederum James Blunt, Jesus Jones oder Soul to Soul produziert. Mit letzterem hat White auch das Bandprojekt Mpath.