Neun-Millionen-Förderung für Museum Mödlareuth

Die Botschaft, die Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei seinem Treffen mit dem Landrat des Landkreises Hof, Dr. Oliver Bär, dem Landtagsabgeordneten Alexander König und Hermann Seiferth vom Landratsamt Hof am Freitag im Gepäck hatte, war eindeutig:

"Bayern und der Bund werden sich sowohl an den Kosten für den Erweiterungsbau wie auch beim Betrieb des Deutsch- Deutschen Museums in Mödlareuth beteiligen." Die Summe, die Freistaat und Bund zur konzeptionellen Gestaltung und Realisierung des Museums vom Jahr 2018 an in die Hand nehmen wollen, ist erheblich: jeweils bis zu 4,4 Millionen Euro. Bayerischerseits steht allein für 2016 ein Betrag von mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung.

Spaenle sicherte Dr. Oliver Bär und Alexander König zu: "Der Freistaat Bayern und der Bund werden sich an der Finanzierung der Betriebskosten für das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth substanziell beteiligen." Auch der Freistaat Thüringen werde mit im Boot sein. Minister Spaenle zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, das Museum in "Klein-Berlin", wie Mödlareuth auf Grund der besonderen Situation der Teilung nach 1945 genannt wird, im Idealfall bis Ende 2020 zu erweitern.

Das museumspädagogische Konzept gehe vom Alltag der Menschen vor Ort unter der Situation der Teilung aus und bettet diesen in den nationalen und europäischen Kontext ein. Höchst aktuell sei der Ansatz, da die aktuelle politische Entwicklung von Flucht, Vertreibung, Asyl und Grenzziehung angesprochen werde. Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen stehe dem Zweckverband Deutsch-Deutsches Museum, in dem auch der Vogtlandkreis weiterhin Mitglied ist, bei Bedarf bei der Wahl des Standorts des Museums und bei konzeptionellen Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Da der Verband aber hervorragend arbeite, wie Töpens Bürgermeister Klaus Grünzner betonte, wird nicht viel Hilfe notwendig sein. Dem Hofer Landrat Dr. Oliver Bär war es wichtig zu erwähnen, dass die Bewohner des Dorfes nicht außer Acht gelassen werden dürfen. "Wir müssen das Gespräch mit ihnen suchen", sagte Bär, "schließlich leben sie hier". In Anwesenheit der Vertreter des Saale-Orla-Kreises und des Vogtlandkreises, dem Landtagsabgeordneten Alexander König, der beiden Bürgermeister Klaus Grünzner, Töpen, und Marcel Zapf, Gefell, sowie Museumsleiter Robert Lebegern ging Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle auf die Entwicklung des Museums und der Besucherzahlen ein.

Das Ergebnis sei hervorragend, denn man nähere sich nun einer sechsstelligen Zahl an Interessenten für "diesen besonderen Ort der Weltgeschichte" an. Das Museum war ursprünglich für 40.000 Besucher pro Jahr ausgelegt. Im vergangenen Jahr kamen aber bereits 90.000. Im Zeitplan sei laut Bär zunächst ein Architektenwettbewerb vorgesehen. Dieser werde noch in diesem Jahr stattfinden. Baubeginn solle dann im Jahr 2018 sein. M. Nürnberger