Neumark: Zukunft bei Alstom weiter ungewiss

Die 200 Beschäftigten beim Kraftwerksbauer Alstom in Neumark sitzen noch immer auf heißen Kohlen. Da sich nichts tut, droht am 31. März die Betriebsschließung.

Neumark - Ende vergangenen Jahres hatte die Konzernspitze bei einer Belegschaftsversammlung verkündet, den Standort Neumark verkaufen zu wollen. Sollten sich keine Interessenten finden, werde der Betrieb zum 31. März geschlossen. "Wir haben den Eindruck, dass sich um Käufer gar nicht bemüht wird", sagte am Mittwoch Jörg Brodmann von der IG Metall Zwickau. Seitdem der letzte Großauftrag abgearbeitet ist, habe der Konzern keine neuen Aufträge an den Neumarker Traditionsbetrieb vergeben.

"Wir wissen, dass es genug Arbeit im Konzern gibt, die den Standort Neumark auslasten würden. Alstom versucht offensichtlich, die Sache auszusitzen und die politisch motivierten Schließungspläne durchzudrücken", so der Gewerkschaftssekretär. Die 100 Mitarbeiter in der Fertigung zittern am meisten um den Job. Ihre 100 Kollegen in Service und Montage haben eventuell eine Chance vom Konzern weiterbeschäftigt zu werden. Der Betriebsrat hat für die letzte Februarwoche eine Betriebsversammlung angesetzt und hat dazu das Management eingeladen. "Wir sind gespannt, ob sie den Weg nach Neumark finden und Antworten liefern werden", sagt Brodmann. "Wir wollen wissen, was aus dem Standort wird."

Sollte der Neumarker Betrieb geschlossen werden, dann müssten auch die Verhandlungen zu Interessenausgleich, Sozialplan und Transfergesellschaft aufgenommen werden. "Darüber ist bislang noch kein Wort gefallen, auch weil wir an eine Zukunft glauben wollen", so Brodmann.