Neumark: Kampf gegen die Alstom-Schließung

Massiven Widerstand gegen die vom französischen Konzern angekündigten "Restrukturierungsmaßnahmen" in den Werken Neumark, Bexbach und Stuttgart hat der Konzernbetriebsrat angekündigt.

Neumark - Nachdem das Management vor zwei Tagen die Verhandlungen in der Einigungsstelle einseitig für gescheitert erklärt hatte, meldete sich die Arbeitnehmervertretung zu Wort und behauptet, die Konzernleitung habe die Einigung bewusst zum Scheitern gebracht. Wie Kai Müller, der stellvertretende Konzern-Betriebsratsvorsitzende, gegenüber dem Vogtland-Anzeiger bestätigt, warten in Neumark 90 Beschäftigte seit April 2014 auf Arbeit.

Sie sitzen (bezahlt) zu Hause. Seit dieser Zeit habe die Konzernspitze keine Aufträge mehr nach Neumark gegeben. Obwohl es Arbeit gegeben hätte, behauptet Müller. Statt dessen habe die Konzernleitung entschieden, Kesseldruckteile unter anderem in China zu produzieren, was bereits in der Vergangenheit zu riesigen finanziellen Verlusten geführt habe. Auch das sagt der Betriebsrat. Kai Müller: "Das Werk in Neumark will man leerlaufen lassen."

Aber diesen Weg werde man nicht akzeptieren. Der Betriebsrat fordert den Weiterbetrieb des Werkes in Neumark. Denn eine Schließung würde einerseits einen massiven Verlust von Qualifikationen und Kompetenzen in der Kesselfertigung bedeuten, die für den europäischen Markt unabdingbar sind. Zum anderen wären die sozialen Auswirkungen für die Beschäftigten in dieser "strukturarmen Region existenziell gefährdend".

Betriebsbedingte Kündigungen werde es vorerst nicht geben, so Müller, weil kein Sozialplan vorliege. Noch nicht mal Verhandlungen für einen solchen Sozialplan seien in Aussicht. In Neumark finden jeden Mittwoch Betriebsversammlungen statt, auf denen die Arbeitnehmer über den neuesten Stand der Verhandlungen informiert werden. Die Mitarbeiter seien wütend, sagt Müller. Weggerannt zu einem anderen Unternehmen seien aber nur sehr wenige Arbeiter.

"Es gibt in der Gegend halt nicht so viele ähnliche Betriebe, wo die Leute gleich wieder Arbeit finden würden." "Mit Unterstützung der IG Metall werden der Konzernbetriebsrat und die nationalen Betriebsratsgremien alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um dem skandalösen Vorgehen des Managements Einhalt zu gebieten", heißt es am Ende der Mitteilung. ina