Neujahr in magischem Blau

Alljährlich zog das "Silvesterguggn" auf Schloss Voigtsberg - hinunter auf die böllernde Stadt: Hunderte Schaulustige auf die Wälle. Aber zum Jahresausklang 2020 ist alles anders - Corona grüßt.

Von Renate Wöllner

Oelsnitz - Nur vereinzelt knallen Raketen - vermutlich noch ein Rest aus 2019. Die Oelsnitzer Kultur GmbH hatte sich ein Trostpflaster einfallen lassen.
Als Jahresendabschieds- und Neujahrsgruß erstrahlte Schloss Voigtsberg in Blau.
Auf breiter Burgfront und auf der Giebelwand des Teppichmuseums erschienen die Jahreszahlen 2020/21 - ab Mitternacht nur noch 2021 - die Uhrzeit und Neujahrswünsche in Deutsch, Tschechisch und Englisch.
Für die Lichtinstallation mit fünf Laserprojektoren sorgte die Plauener Firma "Laser Show Design" (LSD), während für die blaue Fassade eigene Technik der Kultur GmbH verantwortlich war.
Von 18 bis ein Uhr morgens konnte das Spektakel von vielen Punkten der Stadt aus verfolgt werden. Die Nacht um die Ohren schlug sich dafür LDS-Geschäftsführer Lucien Tunger.
Etliche Oelsnitzer machten sich auch auf die Beine, um den magischen Anblick aus größerer Nähe zu genießen.
Die Oelsnitzer Kultur GmbH war aber bestrebt, keine Ansammlungen von Menschen zu erzeugen und hatte deshalb den unmittelbaren Burgbereich gesperrt.
"Es handelt sich eben um keine Veranstaltung, genau so wenig wird ein Vor-Ort-Catering bereit gehalten und es gilt - im Einklang mit den behördlichen Anordnungen - auch ein striktes Verbot des Abbrennens von Feuerwerksartikeln auf dem gesamten Burgkomplex", hatte Kulturchef Daniel Petri vorab mitgeteilt. Oelsnitzer und Besucher sollten "die Installation von der Ferne aus auf sich wirken zu lassen". Laut Tunger kostet die Laser-Show um die 1500 Euro.
Eine ganz ruhige Nacht wurde es dann um Mitternacht nicht. Feuerwerk tauchte auch die restliche Stadt in buntes Licht - aber für wesentlich kürzere Zeit und explosiven Einsatz als in vorangegangenen Jahren - was unter anderem für die Sauberkeit der Straßen keine schlechte Lösung war.