Neues Team fürs Spitzenfest

Das Spitzenfest dieses Jahres sei noch nicht komplett in trockenen Tüchern, dämpfte Bürgermeister Steffen Zenner im Kultur- und Bildungsausschuss entsprechende Euphorie. Doch wie ist es um die Organisation der 61. Auflage wirklich bestellt?

Von Torsten Piontkowski

Plauen Jahrzehnte erfolgten Organisation und Durchführung eines der beliebtesten Plauener Festes in Regie des Spitzenfestvereins. Dahinter verbergen sich zahllose Stunden ehrenamtlicher Arbeit - verbunden oft mit dem Dank der Plauener, die zuhauf in die Innenstadt strömten. Nicht selten - Ehrenämtler aller "Genres" können ein traurig Lied davon singen - war aber auch Undank der Arbeit Lohn. Doch auch dies war nicht der Grund, dass der Verein nun ankündigte, das dreitägige Fest im Ehrenamt nicht mehr stemmen zu können - verbunden mit der Absicht, übergangsweise als Partner für Nachfolger zur Verfügung zu stehen.
Und ein solcher wurde zumindest für dieses Jahr in Gestalt des Dachverbandes Stadtmarketing gefunden. Also bereits an dieser Stelle "Ende gut - alles gut?" So einfach ist es denn doch nicht. Denn zum einen benötigt auch eine so gut organisierte Truppe wie der Dachverband weiteres helfendes Personal und finanzielle Schützenhilfe seitens der Stadt, zum anderen soll er das Fest ebenfalls nur übergangsweise ausrichten, bevor eine Ausschreibung erfolgt.
Vor allem der CDU-Fraktion war es mit ihrem entsprechenden Antrag wichtig, mit besagter Ausschreibung das Spitzenfest langfristig als größtes städtisches Fest im Juni zu erhalten. Zugleich warb Fraktionschef Jörg Schmidt dafür, dass das Fest zumindest teilweise ins Parktheater zurückkehren möge. Bürgermeister Steffen Zenner vermochte diesem Ansinnen im Wesentlichen zu folgen, machte aber darauf aufmerksam, dass Veranstaltungen im Parktheater nur kostenpflichtig möglich wären, was dem Charakter des Spitzenfestes eigentlich zuwider liefe. Zugleich dämpfte er übertriebene Erwartungen, man könne in die überaus reizvolle Anlage "die ganz großen kulturellen Kracher" locken. Der Gesamtetat des dreitägigen Spitzenfestes betrage gerade mal 120.000 Euro, das würde vermutlich nicht mal für eine Band wie "Silbermond" reichen. Zenner merkte an, dass sich der Dachverband mit der absolut professionellen Vorbereitung des Spitzenfestumzuges im Jubiläumsjahr 2019 empfohlen habe, in die Fußstapfen des Spitzenfestvereins zu treten, zumal dieses Gremium auch über die dringend nötigen - und ganzjährigen - Kontakte zur Plauener Händlerschaft verfüge.
Zenner avisierte zudem, den Dachverband zur Vorbereitung des Spitzenfestes mit einer Mitarbeiterstelle zu verstärken - in der DDR waren damit sechs Personen ganzjährig beschäftigt, erinnerte er lächelnd. Linken-Stadträtin Petra Rank wusste die Organisation des Festes ebenfalls bestens in den Händen des Dachverbandes aufgehoben, warnte aber vor besagter Ausschreibung, die durchaus auch "nach hinten losgehen" könne. Dies sah ihr Fraktionskollege Daniel Herold ebenso.
SPD-Urgestein Bernd Stubenrauch plädierte dafür, das traditionsreiche Fest gar um einen Tag zu verlängern und mit einem echten Highlight im Parktheater beginnen zu lassen, bevor dann in der Innenstadt weitergefeiert werden könne.
CDU-Stadtrat Ingo Eckardt empfahl, das Parktheater perspektivisch mit mehr Plätzen auszustatten, um dann auch größere Stars einladen zu können. "Wir müssen das eine tun, ohne das andere zu lassen." Seine Beobachtung: Plauener Frühling und sein Pendant im Herbst sowie Spitzenfest seien kaum noch unterscheidbar. Letztlich konnten sich die meisten Stadträte durchaus mit der Idee anfreunden, dem Dachverband auch fürderhin mit der Organisation des Spitzenfestes zu betrauen. Eine für kommende Feste erfolgende Ausschreibung könne durchaus dahingehend kontraproduktiv wirken, für dieses Jahr engagierte Mitstreiter zu finden. Letztendlich zog die CDU ihren Antrag zur Beratung in der Fraktion zurück.