Neuer Pfarrer in Limbach und Jocketa

Jung, weltoffen, sympathisch: Die Kirchgemeinden Limbach/Jocketa bekommt einen neuen Pfarrer. Sebastian Zehme wohnt seit 1. Dezember im Limbacher Pfarrhaus und wird am Sonntag in sein Amt eingeführt. Der Ordinationsgottesdienst für den 31-Jährigen beginnt 14 Uhr in der Limbacher Kirche.

Zehme wurde in Dresden geboren - sein Vater ist Pfarrer, die Mutter Krankenschwester. Mit seinen drei Geschwistern wächst er auf in Krögis bei Meißen und in Oschatz. Nach dem Abitur lernt er Maler in einem Baubetrieb, der sich auf Restaurierungen spezialisiert hat. "Man kann davon sprechen, dass Handwerk goldenen Boden hat: Ich habe auch Vergoldungsarbeiten vorgenommen."

Damals kann er sich vorstellen, Restaurator zu werden. "Später wurde mir klar, dass ich nicht den steinernen Gotteshäusern dienen will sondern der lebendigen Kirche", sagt er und denkt auch an eine Reise, die ihn geprägt hat. Nach der Lehre erkundet er ein halbes Jahr Südamerika - als Rucksacktourist von Patagonien im Süden bis Kolumbien im Norden. "Dort habe ich die Welt mit anderen Augen gesehen. Mir wurde klar, was es bedeuten kann, reich oder arm zu sein. Ich habe nachgedacht, was materieller Wohlstand zu tun hat mit Lebensglück."

 

Auf seiner Reise erfährt er die weltumspannende Kraft des Christentums, zum Beispiel als er betende Indianer in Peru sieht. Dabei sei es für ihn kein Problem, dass Südamerika ein katholischer Kontinent ist, sagt Zehme, der 1999 beginnt, in Leipzig evangelische Theologie zu studieren. Nach dem Grundstudium wechselt er an andere (auch katholische) Hochschulen - in die Schweiz nach Bern, Freiburg und Zürich, nach Heidelberg und wieder Leipzig. In Heidelberg lernt er seine Frau Sarah kennen, die ebenfalls Theologie studiert. Beide sind Eltern des 16 Monate alten Gustavs. "Meine Frau will im Sommer ihr Studium beenden und dann wollen wir uns die Pfarrstelle Limbach/Jocketa teilen", sagt Zehme.

 

Ehe er sein Studium im Sommer 2009 mit dem zweiten Examen beendet hat, leistete er ein zweijähriges Vikariat im Vogtland - "das Vikariat kann man vergleichen mit der Zeit als Assistenzarzt beim Medizinstudium": In Plauen und Weischlitz gibt er Religionsunterricht und kümmert sich um die Kinder- und Jugendarbeit, in Theuma und Oberlosa leistet er Gemeindedienst. Zu Zehmes Werdegang gehört auch ein halbjähriger Einsatz als Gemeindepädagoge in Leipzig. Zehme soll zweiter Pfarrer (neben Jens Märker) der Schwesternkirchen Netzschkau/Brockau und Limbach/Jocketa werden. "Ich strebe eine nach außen offene Gemeinde an, die fest im Glauben ist."